BluRay-Kritik: Moonlight


Intensiver Episodenfilm

3 Oscars und 5 weitere Nominierungen bei den Academy-Awards 2017 lassen auf einen hochkarätigen Film hoffen. Und wer abseits vom superheldenverseuchten Popcorn-Kino die Augen offen hält, wird von diesem Film sicher nicht enttäuscht werden.

Moonlight erzählt die Geshichte von Chiron, eines jungen Afro-Amerikaners, in drei Episoden. Zu Beginn lernt der Zuschauer den Drogendealer Juan (Mahershala Ali) kennen, den man abgesehen von seiner fragwürdigen Karriereentscheidung als coolen Typen abstempeln muss. Als er sieht wie der kleine Chiron – oder Little (Alex R. Hibbert) wie er in dieser Episode genannt wird –  von anderen Kindern in ein verlassenes Motel gejagt wird, nimmt er den schüchternen Jungen mit nach Hause zu seiner Freundin Teresa (Janelle Monáe). Statt nach Hause zu seiner Mutter zu wollen, möchte er lieber dort schlafen.
Chirons Mutter Paula (Naomie Harris) ist am nächsten Tag wenig begeistert davon, dass ihr Sohn die Nacht in Juans Haus verbracht hat, was dem Zuschauer anfangs noch als nachvollziehbar erscheint. Bald lernt man jedoch, dass Paula nicht nur drogenabhängig ist, sondern, dass sie ihre Hits bei Juan kauft.

In der zweiten Episode “Chiron” sieht der Zuschauer den Teenager Chiron (Ashton Sanders), der für seine Homosexualität von seinen Mitschülern gehänselt und verprügelt wird. Dazu kommt die immer schlimmer werdende Abhängigkeit seiner Mutter, die außerdem immer größere Probleme hat, das Geld für die Drogen aufzutreiben und auch nicht davor zurückschreckt, ihrem eigenen Sohn Geld abzunehmen, das er von Teresa bekommt. Nach einer besonders schmerzhaften Erfahrung, brennen bei Chiron schließlich die Sicherungen durch.

Die letzte Episode “Black” zeigt schließlich den jungen Erwachsenen Chiron (Trevante Rhodes), welcher eine harte Fassade aufgebaut hat, um nicht verletzlich zu wirken. Doch dann kommt ein unterwarteter Anruf.

Der Film ist unheimlich intensiv, ohne viel Action zu zeigen. Dabei ist es den Machern vor allem gelungen, einen hervorragenden Cast zu finden. Allein die Besetzung der drei Chiron-Versionen ist grandios – kleine Details sind bei allen drei gleich, sodass dem Zuschauer der Eindruck vermittelt wird, dass es sich wirklich um die gleiche Person handeln könnten. Einen ersten Eindruck hiervon sieht man bereits auf dem Cover, auf dem alle drei Chirons zu sehen sind.

Fazit: Ein intensiver, packender Film, der den Erwartungen absolut gerecht wird. Für liebhaber eindimensionaler Actionfilme aber sicherlich zu langweilig.

Schulnote: 2+

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