Kritik: Scorpions – Get your Sting and Blackout Farewell Tour 2011, 15.04.2011, Saarlandhalle Saarbrücken

Die Scorpions rocken die Saarlandhalle… in 3D!  –  Eine Doppelkritik (M. Kuznik, P. Kirsch)

Eine der – mehr oder weniger selbsternannten – größten deutschen Rockbands ist auf Abschieds-Welttournee und machte auch Halt im Saarland. Dies ist zunächst einmal verwunderlich, zählt die Saarlandhalle doch schon seit einigen Jahren nicht mehr zur ersten Anlaufstelle internationaler Künstler. Dennoch in es dem CCS (Congress-Centrum-Saar) gelungen, innerhalb kürzester Zeit wiederum namhafte Bands und Sänger zu verpflichten.

Zu Beginn des gestrigen Konzerts hatte Klaus Meine, Sänger und damit “Organ” der Scorpions, eine Überraschung für die ausverkaufte Halle parat. Das Konzert wurde von mehreren 3D Kameras aufgenommen, um später als Konzert-BluRay zu erscheinen. Diese Ehre wurde natürlich mit tosendem Applaus erwidert.

Das folgende Konzert zeigte, dass die Scorpions trotz über 40-Jährigem Bestehen noch lange nicht müde sind und eigentlich keinen Grund haben sollten, in Ruhestand zu gehen. Und dennoch ist da etwas, was störend wirkt: Ist es der etwas komische, Kirmit-der-Frosch-artige Gesang von Klaus Meine oder das – teils ungeheuerlich überdreht und gekünstelt wirkende – Gepose von Rudolf Schenker?! Die Frage lässt sich nicht abschließend beantworten. Testosterongetränkter “Dicke-Eier-Rock” wirkt aber heute irgendwie deplatziert und lächerlich. Gerade, wenn man sich so ernst nimmt, wie die Scorpions.

Im Rock-/Metalbereich zählen die Scorpions auch zu einer Band, die unglaublich polarisiert: Für die einen ein deutsches Aushängeschild. Für die anderen eine peinliche Angelegenheit. Bedenkenswert ist es daher schon, dass die Scorpions einen Großteil ihrer Karriere im Ausland verbrachten.

Nichtsdestotrotz: Irgendwann muss eben auch bei solchen Rock-Größen Schluss sein (Auch hier wieder ein schöner Schade <=> Gott sei Dank-Kontrast). Vorher musste dem Publikum jedoch noch gezeigt werden, warum man sich als so unglaublich popluär ansieht: Geboten wurde eine Mischung aus neuen und alten Liedern. Sowohl Rock-Kracher, Power-Balladen als auch Akustik-Versionen bekannter Lieder wurden geboten. Die Zuschauer im Innenraum gingen gut mit, lediglich auf den Sitzplätzen auf den Rängen war die Stimmung etwas zurückhaltend. Besonderes Highlight in der Mitte des Sets war eine Video-Kollage aller Album-Cover. Diese wurden in kurzen Einspielern von Drummer James Kottak nachgestellt und von einem etwa 20 minütigem Drum-Solo begleitet. Insgesamt verweilte die Band in Vollbesetzung eher selten auf der Bühne. Drum-Soli und minutenlanges Solo-Gitarrengeschrammel kennt man zu genüge und sollten gerade auf einer Abschiedstour nichts zu suchen haben.

Nach 1 ½ Stunden war dann vorerst Schluss. Natürlich kam die Band nach anhaltendem Applaus wieder auf die Bühne, um direkt ihre größten Hits “Still loving you”, “Wind of Change” und “Rock you like a Hurricane” zu spielen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren die Fans dann mehr als zufrieden gestellt.

Abschließend kann nur gesagt werden:

1.) Aus Sicht der Scorpions-Fans: “Danke Scorpions, dass ihr euch von euren Fans im kleinen Saarland mit solch einem Konzert verabschiedet habt. Wir freuen uns auf die 3D BluRay, und vielleicht entdeckt sich ja der ein oder andere darin und denkt an diesen Abend zurück.”

2.) Aus Sicht der Scorpions-Kritiker:” Posermüll und schlechter Gesang: Genau Konzerte wie dieses sind der Grund dafür, warum man froh sein sollte, dass sich die Band bald von der Musikbühne verabschiedet.”

Bandhomepage: www.the-scorpions.com

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5 Gedanken zu „Kritik: Scorpions – Get your Sting and Blackout Farewell Tour 2011, 15.04.2011, Saarlandhalle Saarbrücken“

  1. Das Konzert war enttäuschend! Also zumindest als großes Abschlusskonzert … lange nicht das, was man darunter erwartet! Angefangen um 20.30 – beendet um 22.20 – darin noch enthalten 20 Min Trommelsolo und viel Gerede, dass ne große Party steigen soll für die BluRay Aufnahme! Letztendlich ist zu sagen: Das war Verarsche !!!! Und die aller größte Verarsche war der Abschlusssatz “wir WÜRDEN ja gerne noch spielen aber die Aufnahmen sind so gut geworden…. und die anderen sind schon auf dem way out”??? Hä ??? 5 Minuten nach Konzertende ?? MIT Zugabe 1,5 Stunden gespielt ??? Naja, selbst auf die alten Tage hätten die anderen den Weg zur Bühne noch schaffen können, wenn sie doch sooooooooo gerne gewollt hätten! Aber den “way” zum Geld kassieren finden sie alle !

  2. War gestern in Saarbrücken. Das war das schlechteste Konzert auf dem ich je war!!! Hollywood-Rock!!! Das war dermassen aufgsetzt, durchgestylt, drucklos und lustlos!!! Und zu leise! Poser vor dem Herrn! Und dann das Publikum!!! Wie kann ich auf einem HARDROCK-Konzert in dritter Reihe stehen OHNE Körperkontakt??? Und die Krönung, als ich auch nur die Hände in die Luft gestreckt hab und angefangen hab ein bisschen zu Hüpfen, werd ich von der Security angemacht, ich solle den Ball mal flach halten, die Damen vor mir würden sich belästigt fühlen…!!! Bin nicht mal ansatzweise aus mir rausgegangen!!! Das allerletzte! Hab den Saal während Dynamit unter Protest verlassen! Die rühmen sich die letze Bastion des Hardrock zu sein! Wellensittiche! Lächerlich! Wer ein richtiges Konzert sehen will, sollte sich auf AC/DC, Motörhead, Iron Maiden etc. konzenrieren, da wird noch was geboten!!! Scorpions live? Nie mehr wieder.

  3. Hallo. Also, zu aller Kritik da oben muss ich sagen – ich war nie ein Scorpions Fan und – ich fand das Konzert ganz gut. Aber Frechheit hoch zehn ist echt :”Wir drehen hier unsere 3D DVD und das wird ein toller abend und machen richtig Party und…….wenn was nicht so toll ist spielen wer weiter….” – und nach dem kurzen (fand ich) Konzert kommt der Sänger mit dem tollen Lob an das tolle Publikum “Ihr wart so klasse, wir haben alles im Kasten und müssen nix mehr spielen. Wir hätten so gerne noch länger mit Euch Party gemacht, aber die anderen sind schon raus und nur noch ich bin hier……..” – dann hält man die Klappe während des Konzertes. Und ich für meinen Teil fand uns Publikum nicht so toll, denn meiner Meinung kam keine so tolle Stimmung rüber. Auch wenn neue Drumsticks im Dutzend verschenkt wurden und es dauernd neue ungespielte Plektrons regnete. Die interessanten Drumsticks warf der Drummer hinter sich………. schade, schade. Aber das ist nur meine Meinung. Und auch wenn se nochmal kommen würden, mit ner Revival Tour – ich weiß wer da nicht hingeht…… ich, Leider !!

  4. Hi Leute. Auch ich war in Saarbrücken auf dem Konzert und fand es, bis auf die leider wohl vorschnell versproche Verlängerung (etwas enttäuchent),aber trozdem super. Die Band hat mit den Fans kommuniziert und ne super Performence geliefert. Echte Scorpions Fans werden da wohl zustimmen!!!!

  5. Ein Hallo, an alle Enttäuschten.
    Enttäuschung nicht über alles aber über eineige Sachen. Ich muss gestehen, dass ich das erste Mal bei den Scorpions und auch das erste Mal auf einem sogenannten Rock-Konzert war (glaube ich).
    Erste Enttäuschung: eine halbe Stunde Verspätung – kenne ich so nicht, die kommen raus als wäre es das normalste der Welt, als wäre es 2o:oo Uhr, ohne ein Wort der Entschuldigung. Das ist nicht i.O.
    Zweite Enttäuschung: Wo war Hermann Erbel, in der Zeitung als Gastrtommler angepriessen???? Vielleicht wussten Klaus & Co. davon nichts und es war nur ein Werbegag?
    Dritte Enttäuschung: wie oben, leere Versprechungen, Party, Zusatzaufnehmen usw., also Verarschung.
    Oder war dies auch nur ein Joke um das Publikum bei Laune zu halten, damit niemand vorzeitig das Konzert verlässt.???????
    Als Abschiedskonzert wirklich irgendwie mager.
    Zum Schluss möchte ich nur noch erwähnen, dass auf den meisten Oldie Nights der Punk richtig abgeht, und da sind die meisten Akteure auch alle über 60.
    Trotzdem viel Spass bei Euren nächsten Konzerten, wo auch immer.

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