rezension: Knorkator – „Zweck ist widerstandslos“-Tour 2019/20, 27.02.2020, garage saarbrücken

Trotz  winterlichem Wetterchaos haben richtig viele Fans den Weg in die Garage nach Saarbrücken gefunden um dem seltenen Schlag Künstler zu huldigen welche diese Bezeichnung auch noch verdient haben. Denn die deutsche Combo hat die Gabe, den Gang der Dinge von ihrem ganz eigenen Standpunkt hochphilosophisch zu beleuchten und trotz manchmal expliziter Sprache in sehr ansprechenden Wort- und Tonkreationen dem sinnsuchenden Menschen zu schenken.

Kaum erklingen die ersten Töne ist das Elend der Welt vergessen und Glückshormone machen sich breit!

Die Fans geben direkt Gas bei „Du nich!“ und haben sichtlich gute Laune beim Schwenken der Kackhaufenfahne zu „Revolution“ welche sie mit einem sichtlich gut gelaunten Stumpen teilen durften. Dessen festlich Garderobe in Glitzergold , die glockenklare Falsettstimme und ein richtig guter Sound im Konzertsaal läuten einen richtig gelungen Abend ein.

Auch mal abwechselnd übernimmt AlfAtor das Mikro, und bei einer bunten Mischung aus alten und neuen Songs wird das Publikum richtig gefordert : ob ein Flipchart mit winzig geschrieben Wörtern zu „Buchstabensuppe“, Raketenhelm, Gruppenturneinlagen, 2 Mädels aus der Audience als lebende Keyboardständer zu „Ich hasse Musik“ oder regelmäßiges Überprüfen der Textsicherheit des Publikums; es geht die Post ab! Einzig der Gitarrist Buzz Dee hat mit seiner Akinese keine Nachahmer in der Zuhörerschaft gefunden. Dafür is Stumpen aber sehr zufrieden mit der Performance der Saarbrücker.

„Buchstabensuppe“ und „Revolution“ machen trotz ihrem geringen Alter live direkt Laune, „Ring my Bell“ is tatsächlich live besser gesungen als das Original (!) , Klassiker wie „Zähneputzen, Pullern und ab in Bett“ , „Ich hasse Musik“ , „Für meine Fans“ oder „All that she wants“ (welches oft gecovert wurde, z.Bsp von Ace of Base 🙂 lassen die Menge richtig schön mitgehen.

Aber auch die langsameren Titel wie „Weg nach Unten“ oder „Warum“ bringen eine unheimlich dichte Athmosphäre mit sich und zeigen eine andere wunderbare Facette von Knorkator.

Lediglich „Böse“ fällt live ab,  da hätte z.Bsp „Lied vom Pferd“, „Daemon“ oder „Sie Kommen“ spürbar mehr Vibe erzeugt..

Das Ende des Abends wird dann durch ein klassisch vorgetragenes Gedicht mit aktuellem Inhalt (Selbstbefriedigung) eingeläutet und nach einigen Zugaben verlassen die Band zufrieden die Bühne („Tschüssie!!) und wir wieder einmal mehr glücklich und beschwingt die Saarbrücker Garage.

Wiederholungsgefahr: 100%

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