Nachbericht: Rolf Miller – “Tatsachen”, 06.05.2010, Big Eppel Eppelborn

Für alle von euch, die Rolf Miller nicht kennen : Der Kabarettist ist Jahrgang 1967 und aus vollem Herzen nordbadischer Odenwälder und Fußballfan. Sein Heimatort liegt in der Nähe des Fußballclubs Hoffenheim. Als nach eigenen Aussagen größten und einzigen Konkurrenten im Fach Kabarett in seiner Heimat sieht er den “Herrn Seitenbacher”, die Stimme aus der gleichnamigen Müsliwerbung, wie er in der Zugabe erläutert.

Rolf Miller besticht beim einzigen Saarlandstopp seiner aktuellen Tour “Tatsachen” durch eine einzigartige Bühnenshow, sein Auftritt wird begleitet von mehreren akrobatischen Einlagen halbnackter Tänzerinnen zu wummernden Bässen und wechselnden Fotocollagen auf der meterhohen Bühnenleinwand. So, und nun genug Fantasie. Die komplette Bühnenausstattung besteht aus einem handelsüblichen Holzstuhl, einem Mikro mit meterlangem Kabel, einer Sprudelflasche und eben Rolf Miller. Minimalistischer geht es wohl nicht. Eben diesen Holzstuhl sucht er zu Beginn der Veranstaltung auf, legt sich bequem hinein und verlässt diese Position erst wieder, um sich von der Bühne zu verabschieden.

Aber was er von dort aus erzählt, das ist alles andere als langweilig. Es ist einem einfach unmöglich, mit den Gedanken abzuwandern, was natürlich auch damit zusammenhängt, dass der streng eingehaltene nordbadische Dialekt per se schon nicht einfach ist, aber Rolf Miller durch seine einfach nie fertig gestellten Sätze oder Wortneuzusammensetzungen zum Folgen animiert. Seine unbenannte Bühnenfigur philosophiert dabei über die Klimakatastophe und deren Folgen (“Wenn ich im März im T-Shirt keinen Schnee mehr schippen muss, ich kann´s verkraften” / “Wenn Holland geflutet wird, sind wir schon im Halbfinale”) oder über die Beziehungsprobleme seiner Freunde Achim und Jürgen. Dabei entdeckt er bahnbrechende Erkenntnisse wie “Eine Frau, die 2 Jahre schweigt, die hat doch was zu sagen”, gibt folgenden Tipp mit auf den Weg : “Eine Frau, wo schweigt, soll man nicht unterbreche” oder lasst seine Figuren feststellen : “Du bisch schuld, dass wir uns kennengelernt hebe”. Mit den Frauen sei es eh nicht einfach : “Hosche eene, haut se ab, hosche keene, siehscht se ach nie !” Wer kann dem widersprechen ?

Ausführlich beschäftigt er sich auch mit dem Thema graue Audi A6, die es in grau auch eben nur in dieser Farbe gibt. Und genau ein solcher hat doch einen schweren Unfall verursacht, in dem seine Freunde Achim und Jürgen verwickelt wurden.

Nach knapp 2 Stunden wurde der Abend mit einer weiteren Tatsache beendet. Nicht nur, dass Silvia Neid, die Bundestrainerin der Frauen-Fußballnationalmannschaft, aus dem gleichen Ort wie er stammt, nein, sie hat auch etwas bewegt : “Frauenfussball ist technisch so weit, das hat mit Frauenfussball nix mehr zu tun.”

Fazit : Wer auf eher subtilen Humor à la Dieter Nuhr gepaart mit der Vortragsweise eines Piet Klocke steht, dem sei Rolf Miller ans Herz gelegt. Wem eher der Humor eines Mario Barth zusagt, wird sich hier wohl langweilen.

Für diejenigen, die sich entweder nicht entscheiden können oder von Rolf Miller nicht genug kriegen : www.rolfmiller.de

www.jennyinc.de

www.bigeppel.de

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2 Gedanken zu „Nachbericht: Rolf Miller – “Tatsachen”, 06.05.2010, Big Eppel Eppelborn“

  1. Mein Senf:
    Dieter Nuhr, ein arroganter Schönling, der sich wie unser klugscheisserischer Religionslehrer aufführt. Rolf Miller hat früher vor sich hingedümpelt, sich die Masche von Piet Klocke abgekuckt. Nicht von ungefähr arbeitet er mit der ehemaligen Agentur Klockes zusammen! Alles ausgebufft geplante Kacke. Beides nicht mein Fall! Nuhr für den langweilig spiessigen, auf Nummer sicher gehenden Beamten, Miller eigeninitiativlos, beide eingebildet wie zwei Sack Sülze! Schrecklich!!

  2. Verehrte Frau Mohn, das geht mir aber schon ein wenig zu weit! Das mag vielleicht Ihr Geschmack sein! Ich finde, dafür, dass Rolf Miller Piet Klocke zu imitieren versucht, macht er dies doch schon ziemlich ordentlich. Geben Sie ihm bitte ein wenig Zeit und urteilen Sie nicht zu voreilig. Jemanden nachzuahmen, das erfordert grosses Talent und das besitzt Rolf Miller zweifelsfrei. Er wird schon seinen eigenen Stil finden!

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