Kritik: Michael Mittermeier – “Achtung Baby!”, 26.10.2010, Saarlandhalle Saarbrücken



Mittermeier ist wieder los;)

Der bekannte und beliebte Comedian aus Good-Old-Bavaria erfreute viele Saarländer und Pfälzer letzten Dienstag, 26.10.2010 in der Saarbrücker Saarlandhalle mit seinem neuen Live-Programm: „Achtung Baby!“. Im Mittermeier-typischen Stil schnitt er viele Themen aus Politik und Gesellschaft kritisch-witzig an und brachte so sein begeistertes Publikum ordentlich zum Lachen. Klassiker wie die Zeugen Jehovas oder McGyver werden wohl den Weg in jede seiner Darbietungen finden.

Insbesondere standen jedoch diesmal die Themen Baby und Elterndasein im Vordergrund des Programms, denn auch Mittermeier ist Vater geworden und erfreut uns nun mit seinen Erlebnissen und Erfahrungen. Ob Schwangerschaft, Hormonschwankungen und Hungerattacken der werdenden Mutter, Schwangerschaftstestkäufe, Windelnwechseln, Spielplatzgespräche, nichts wurde ausgelassen und parodiert-überzogen, aber dennoch zutreffend dargeboten. Nicht nur witzig für Eltern, auch kinderlose Zuschauer kamen auf Ihre Kosten.

Besonderes die erste „Halbzeit“ war wie gewohnt spritzig-bissig, nichts war sicher vor dem Mittermeierschen Vergeltungsschlag gegen Arroganz, Ignoranz und Dummheit dieser Zeit, seien es die Regierung und deren peinliche Aktivitäten oder einfach die Eltern der Kevins und Dörtes (oder auch Darvins und Roger-Marcels) dieses Landes. Gut gemischt ging es so hin und her zwischen gesellschaftlichen Themen (besonders gelungen war beispielsweise die Filmkritik an Twilight) und aller Stufen des „Elternwerdungsprozesses“ bis hin zur Geburt.

Nach der Pause ließ die gewohnte Bissigkeit etwas nach, der Fokus richtete sich nun sehr viel mehr auf das Thema Baby und Mittermeier wurde oftmals beinahe rührselig, ohne jeden ironischen Unterton  (was man so gar nicht gewohnt ist, aber die Vaterschaft kriegt wohl auch ihn klein;)) Dennoch gab es auch jetzt noch Kracher im Programm, so die kritische Analyse diverser Kinderlieder, wie „Die fleißigen Handwerker“ und der Verweis auf Kinderarbeit, bei denen man sich vor Lachen kaum auf dem Stuhl halten konnte.

Besonders hervorzuheben ist auch die Interaktion mit den Zuschauern, die der Michl richtig gut beherrscht, er ist ein erstklassiger Stand-Up-Comedian. Mit saudummen Fragen sollte man sich also besser zurückhalten, wenn man nicht (durchaus gerechtfertigt) sein Fett weg kriegen will.

Alles in allem ein weiteres gelungenes und stiltreues Programm Mittermeiers, das auf jeden Fall sehenswert ist, auch wenn frühere Programme deutlich aggressiver waren.

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Der Beitrag entstand in Co-Produktion mit Kathrin Grünewald, Bonn

Ein Gedanke zu „Kritik: Michael Mittermeier – “Achtung Baby!”, 26.10.2010, Saarlandhalle Saarbrücken“

  1. Ich habe mir eben die Show von Mittermeier in RTL angesehen und war recht enttaeuscht: zum einen hat mich das Thema als Single nicht sonderlich angesprochen; vor allem aber hat Mittermeier sehr viel aus seinen früheren Shows entlehnt – der Rückblick am Schluss Z.B. war stilistisch eins zu eins aus “zapped” entnommen – und vieles andere mehr kannte ich aus den anderen Shows auch, die wesentlich spritziger und authentischer rüberkamen. Schade!

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