Nachbericht: Karamba – Die 70er Jahre Schlagerrevue, 02.07.2010, Zeltpalast Merzig

“Karamba, Karacho, ein Whisky”. Unter diesem Motto stand der Gastauftritt des Musicaltheaters “Schmidt´s Tivoli” aus Hamburg. Wer schon einmal der Reeperbahn in St. Pauli einen Besuch abgestattet hat, kennt bestimmt die beiden Theater des “Herrn Schmidt”, Corny Littmann, bis vor einiger Zeit noch Präsident des Fußballbundesligaaufsteigers FC St. Pauli. Wer sie nicht kennt : tja, Bildungslücke.

Bei einem der ganz seltenen Gastauftritte des Ensembles wurde gestern der Zeltpalast Merzig beglückt. “Karamba“, das sind die 70er Jahre in Deutschland. Das waren die Jahre von Willy Brandt und den Schlümpfen, Deutschland wurde zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister und während Carrell, Kulenkampff & Co. uns den Samstagabend bei Würstchen und Kartoffelsalat schöner machten, sorgte die Ölkrise für autofreie Sonntage. Ausgestattet mit den original Schlaghosen in grün und den dazu passenden (?) gelben Hemden zeigte das nur aus 7 Musikern bestehende Original Schmidt´s Tivoli Orchester in insgesamt mehr als 50 Schlagern, dass zwar vielleicht die Politik und die Krisen, keineswegs jedoch die Musik der 70er in Vergessenheit geraten ist. Aufgelockert wurde der Abend durch Einlagen, in denen uns nochmal deutlich vor Augen geführt wurde, wie charmant doch damals die Werbung noch war, wenn die arme Cousine doch tatsächlich ein nicht mit Lenor gewaschenes Nachthemd trage sollte oder wie lecker doch die Krönung von Jacobs schmeckt. Viele der damals jugendlichen Gäste konnte sich vor Lachen kaum auf den Sitzen halten. Es ist absolut erstaunlich, wie die nur 6 SängerInnen (davon 3 hübsche Frauen) in immer neuen typischen Kleidern und vor allem Schuhe der 70er mehr als nur ein bisschen Stimmung in den Zeltpalast tragen konnte. Nicht nur wegen der unglaublichen Hitze konnte man nachher die Kleidung von der Haut abziehen. Für mich einer der Höhepunkte war eindeutig die Interpretation von Frank Farian´s (er ist übrigens Saarländer) Rocky, bei der kein Auge trocken blieb. Aber auch Peter Maffay rührte mit seiner Erinnerung an den Sommer, in dem er mit 17 zum Mann gemacht wurde, an den Lachdrüsen. Ganz toll wurden auch die Liebesgrüße aus der Lederhose präsentiert. Schließlich stammt das Musical ja auch aus St. Pauli. Als besonderes Schmankerl hatte die Crew bei dem einem Trip “über den Wolken” hin zur “Akroplis” zu einem “Griechischen Wein” doch tatsächlich original saarländische Dialoge (“gibbschd mir e Ur-Pils”) eingebaut. Respekt für die verdammt gute Aussprache. Aber wie ich bei der Recherche feststellen konnte, hat eine der Sängerinnen in Saarbrücken studiert, was die Leistung aber keineswegs schmälern soll.

Er gehört zu mir, Fiesta Mexicana, Ein Festival der Liebe, Paloma Blanca, Im Wagen vor mir, Tanze Samba mit mir sind und bleiben einfach Klassiker und werden wohl in weiteren 40 Jahren immer noch solche sein.

Zu der tollen Veranstaltung passte auch das sehr gute Angebot des Veranstalters, denn neben vielen nahen Parkplätzen konnten auch die humanen Getränkepreise sowie der im Saarland obligatorische “Roschtworschtstand” überzeugen. Zeltpalast Merzig, gerne mal wieder !

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