Nachbericht: Heinz Gröning – “Manche mögens Heinz”, 07.05.2010, Stummsche Reithalle Neunkirchen

In der voll besetzten Stummschen Reithalle in Neunkirchen fand sich am 07.05.2010 ein Nightwash-Stammgast ein, um das saarländische Publikum mit seinem neuen Programm zu bezirzen: Heinz Gröning, auch bekannt als der unglaubliche Heinz, spielte mit “Manche mögens Heinz” auf.

Sichtlich gut gelaunt startete er um 20.30 Uhr sein Programm. Gröning ist bekannt für eine Art lyrische Comedy. Immer wieder trägt er ähnlich gleichlautende Gedichte vor (Titel: “Alles reimt sich auf…”), die meist nach dem Schema “Hauptsache es reimt sich” verlaufen. Erste wirkliche Lacher erntet er hierbei mit “Alles reimt sich auf acken”, wobei das böse Wort mit “k” am Anfang nicht fällt. Zwar muss man Gröning zugute halten, dass es sicherlich schwierig ist, sich solche Nonsenselyrik zu merken, haben die einzelnen Sätze, die sich reimen, doch keinerlei Bezug zueinander. Andererseits verspürt man jedoch schon nach dem 3. Gedicht eine gewisse Langeweile, weil man’s ja schon irgendwie kennt.

Zwischendurch lässt Gröning sein “ungezügeltes Ich”, genannt “Der unglaubliche Heinz” raus, der immer auf ein gehauchtes “Heinzzzz” zum Vorschein kommt. In dieser Person (die sich vom normalen Heinz an sich kaum unterscheidet) spielt Gröning mehr oder weniger lustige Lieder, hält sich aber hierbei stark an die Linien, die Otto und Jürgen von der Lippe vor 20 Jahren schon vorgegegeben haben. Obwohl das Publikum doch mitgesungen hat, wird niemand ernsthaft noch schallend über Lieder über Fleischfachverkäuferinnen lachen. Auch bringt Gröning hierdurch verschiedene “erotische” Tanzeinlagen mit ein, haucht in Martin Schneider Manier ins Mikro und hofft darauf, dass es Menschen gibt, die immer noch über diese Art von Humor lachen.
Auch Floskeln wie “Wenn ich du wär, wär ich lieber ich” oder “Statt mit dir auszugehen, würde ich lieber lachend in eine Kreissäge laufen” sind weitläufig bekannt und auf vielen Tshirts von Textildiscountern zu lesen.

Egal: Dem Publikum schien’s an sich zu gefallen, auch wenn man den Eindruck hatte, dass manche wohl meinten, lachen zu müssen, denn: Da vorne stand ja ein Comedian.

Fazit: Es verwunderte, warum Gröning mit diesem Programm eine so einfache Nummer fährt. Würde er sich damit als unbekannter Künstler für Nightwash oder den Quatsch Comedy Club bewerben, würde er wohl in der Vorauswahl rausfliegen.

Ein Lob geht dagegen an das Kulturamt der Stadt Neunkirchen, das sich nicht scheut, auch unbekanntere Comedians (die meist sogar besser sind als die großen) ins Saarland zu holen. Dass dieses Mal mit Gröning – meiner Meinung nach – kein Volltreffer gelandet wurde, sollte von diesem Vorhaben nicht abhalten. Es gibt genug gute!

www.derunglaublicheheinz.de

www.nk-kultur.de

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