Kritik: Landesbühne Rheinland-Pfalz – “Das Leben des Galilei” von Berthold Brecht, 20.10.2010, Bürgerhaus Neunkirchen

Mitte der 90er Jahre gab es eine ganze Weile lang eine Parfumwerbung ,die folgenden Dialog enthielt:
“Die Erde ist eine Scheibe, Galilei!” – “NEIN!” … über die historische Person des Galileo Galilei muss man an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren. Galileo war einer der berühmtesten Wissenschaftler des 16. Jahrhunderts und hörte – trotz Widerstand der Kirche – nicht mit seiner Forschung auf.

In Brechts Erzählung geht es um Galileis Entdeckung, dass die Erde eben nicht das Zentrum der Welt ist, sondern sich, wie die anderen Himmelskörper unseres Sonnensystems auch, um die Erde kreist. Diese Entdeckung stößt natürlich gegen die kirchliche Ansicht, wonach der Mensch, der auf der Erde wohnt, die Krone der Schöpfung ist und sich nicht am Rand auf irgend einem Himmelskörper aufhält. Galilei wird unter Androhung von Folter zum Widerruf gezwungen und schafft es am Ende doch, seine Forschungen unters Volk zu bringen.

2004 war Brechts “Leben des Galilei” Pflichtlektüre der Deutsch-Leistungskurse an saarländischen Gymnasien. Erst 2010 brachte die Landesbühne Rheinland-Pfalz das Stück hierher und beeindruckte mit gekonnten Schauspiel. Insbesondere Volker Weidlich in der Person der Galileo Galilei wusste vom ersten Moment an, wie er das Publikum bei Laune hält. Mal kraftvoll, mal sentimental, aber auch feige beim Widerruf… Weidlich vermochte allen Charaktereigenschaften Galileis Wirkung zu verleihen.
Das schlichte Bühnenbild und die Spielfreude der übrigen Schauspieler sorgten für einen rundum gelungenen Abend für die Theaterfans, die sich sicherlich auf einen weiteren Besuch der Landesbühne Rheinland-Pfalz freuen würde

www.nk-kultur.de

www.landesbuehnerheinland-pfalz.de

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