Kritik: Gernot Hassknecht – “Das Hassknecht Prinzip”, 17.12.2013, Big Eppel Eppelborn

hassknecht

Nie hat Angeschrieben werden so viel Spaß gemacht

Sucht man “Gernot Hassknecht” über Wikipedia, so landet man in der Biographie von Hans-Joachim Heist. So heißt der gute Mann, der mit seiner Kunstfigut in der Heute Show schlagartig Berühmtheit erlangte. Doch was ist das Besondere an dieser Figur? Nörgelnde 60jährige gibt es schließlich wie Sand am Meer. Der Unterschied: Gernot hat – jedenfalls nach eigenem Bekunden – immer Recht. Immer! Ohne Ausnahme! Sein altbewährtes Mittel: Sich aufregen! Und zwar über Alles und Jeden, egal ob mit oder ohne Grund. Bezeichnend für sein erstes eigenes Bühnenprogramm “Das Hassknecht Prinzip”: “Wenn ich mit Ihnen fertig bin, sind Sie auch auf 180, wenn Sie der einzige im Postamt sind und 6 Schalter zur freien Auswahl haben!”.

In der Heute Show ist Hassknecht immer nur wenige Minuten zu sehen. Meist philosophiert er zu einem aktuellen politischen Thema, erst ruhig und gelassen und bricht plötzlich wie ein Vulkan aus. Dies konnte man in Eppelborn am letzten Dienstag nun freilich nicht erwarten. Nicht nur, dass es faktisch unmöglich ist, in einem 2h-Programm endlos rumzuschreien; es hätte wohl mit der Zeit auch an den Nerven des ein oder anderen Zuschauers genagt. Hassknecht gab Tips zum Aufregen: Wann, wie, am besten wo! Häufiger Begleiter und Opfer seiner Tiraden war und ist seine Ex-Frau Renate, die er liebevoll “Fass ohne Hoden” nennt.

Das Programm hat keine Tiefen, auch wenn der Darsteller von Pontius zu Pilatus kommt und ein roter Faden vollkommen fehlt. Aber genau das ist es auch, was Heist so authentisch macht. Er spielt den Normale-Nörgler. Und den spielt er einzigartig.

Gernot, du darfst gern wieder kommen: Keiner schreit spaßiger!

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