Konzertkritik: Zola Jesus, 30.11.11, Rockhal Esch/Alzette (L)

Der Konzertraum der Rockhal war schonmal besser besucht als am Abend des 30. Novembers. Einzelne Grüppchen standen zu Beginn noch etwas verloren im Raum. Man hatte viel Raum für sich. Doch als „Emina Helena“, der Vor-Act von Zola Jesus loslegte, verschwand langsam die Leere im Raum. Eine junge Musikerin, ausgestattet mit einem Keyboard und einer Akustik-Gitarre stand ganz alleine auf der Bühne. Nach nur wenigen Songs wurde klar, diese Frau hat Talent und eine großartige Stimme. Ihre Songs spielte sie mit großer Hingabe. Zwischen diesen Songs war immer Zeit für eine kurze Ansage um auf die persönliche Note dieser Songs hinzuweisen. Vielleicht musikalisch nichts Außergewöhnliches, konnte sie jedoch durch ihr Können und ihre Stimme zeigen, dass sie das Zeug zu tiefgründiger Musik hat.

Zola Jesus. Eine erstaunlich kleine Figur steckt hinter dieser Power-Frau. Somit überrascht es erst recht, wie viel Kraft in dieser Frau steckt. Begleitet von vier männlichen Kollegen an Keyboard, Schlagzeug und elektonischen Drums entstanden auf der Bühne Songs, die nicht einmal auf der Platte besser klingen. Perfekt umgesetzt waren die Songs, vielleicht schon zu sauber. Nika Roza Danilovas Stimme war einfach umwerfend und zeigte nicht nur ihr Gesangstalent. Das Zusammenspiel aus Gesang und ihren Bewegungen war wie ein Kunsttanz, perfekt inszeniert und aus einer anderen Sphäre. Auch ihr Ausflug ins Publikum zauberte den Besuchern ein Lächeln ins Gesicht. Die meisten Songs waren vom aktuellen Album „Conatus“. Dies spiegelte sich auch in der Stimmung des Abends wider. Von einer düsteren Atmosphäre konnte nicht die Rede sein. Natürlich handelt es sich hier nicht um Tanz-Musik, aber nur zum Zuhören waren die Kompositionen einfach zu dynamisch. Die Ausstrahlung dieser kleinen Frau und ihre kraftvolle Stimme standen klar im Vordergrund. Und das war wohl auch das, was ihre Fans erwartet haben.

Zwei Acts, zwei Frauen im Mittelpunkt des Geschehens, zwei großartige Stimmen. Der Abend in der Rockhal strotzte selten vor so viel femininer Kraft wie am 30. Novmenber 2011. Große Musik stand auf dem Programm und die wurde auch eindrucksvoll dargeboten. Für Fans von Zola Jesus sind ihre Live-Auftritte ein Muss, für Musikinteressierte ein besonderes Konzert-Erlebnis!

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