Konzertkritik: Wingenfelder:Wingenfelder – “Besser zu zweit”-Tour 2012, 24.04.2012, Kleiner Club Saarbrücken (Garage)

Fury geschlachtet? Vielleicht – aber zumindest der Kopf lebt noch

Sie waren der Kopf von Fury in the Slaughterhouse, einer der erfolgreichsten Rockbands in Deutschland, die sich leider 2008 auflöste. Kai und Thorsten Wingenfelder (aka großes und kleines Wing) haben jedoch nach der Bandauflösung nur kurzfristig musikalisch pausiert. Knapp 2 Jahre später erschien mit “Besser zu zweit” das erste rein auf deutsch gehaltene Soloalbum des nunmehrigen Duos mit Bandanhang, mit dessen Inhalt uns die Herren gestern im kleinen Club besuchten.
Bereits im Vorfeld war das Album unter den Fury-Fans umstritten: Auf deutsch? Eher poppig? Würde man die einstigen Furyrecken noch erkennen?

Spätestens seit gestern muss man dies zweifellos bejahen. Kai und Thorsten haben absolut nichts von ihrer sympathischen Bühnenpräsenz verloren. Die Songansagen sind auch heute noch mit allerlei Kalauern und oft (schlechten 🙂 ) Witzen gespickt, genauso wie früher. Aber gerade das machte ja auch ein Furykonzert aus. Dass es eben nicht immer glatt lief. So hatte Thorsten gestern auch 2 Textaussetzer, was natürlich mit Publikumsbeifall honoriert wurde.

Wingenfelder:Wingenfelder spielten ein gemischtes Set, bestehend aus den Songs des Albums “Besser zu zweit” und des Nachzüglers “Off the Record”, sowie den ein oder anderen Furyklassikern. Besonders gefielen die Wingenfelder-Brüder, wenn sie einfach drauflosrockten, wie zu besten Fury-Zeiten. Hierfür eigneten sich von den neuen Alben insbesondere “Paradies”, “Revolution”, “80s Girl” (in lustig-frivolem Countrygewand) oder auch Kais sehr persönlicher Song “Die Angst vor der Angst”. Aber natürlich sorgten auch “Radio Orchid”, “Won’t forget these Days” und “Time to wonder”  für Grölparaden und Gewippe. Lacher heimsten vor allem die Atzen-Cover “Hey, was geht ab” und “Disco Pogo” ein.

Nebenbei erklärte Kai noch, warum er als lebensdes Legoland durch die Gegend rennen muss (er trägt ne quietschbunte Halskette, die seine Tochter angefertigt hatte und weil diese ja mittlerweile auch in Facebook reingucken kann…) und warum die Band eigentlich ne lockere Tour hat, denn keiner der Wingenfelder muss oder besser darf den Tourbus fahren (aufgrund 2 kurzen Fotoshootings auf der Autobahn).

Fazit: Fury-Fans brauchen den Gang zu den Wingenfelder-Brüdern nicht zu scheuen. An Energie haben die Herren nichts eingebüßt. Die deutschen Songs krachen live auch um einiges mehr als auf den CDs und Kais und Thorstens lockeres Geplauder zwischendurch sorgt für die passenden Lacher. Und 150 Minuten Spielzeit bietet heutzutage lange nicht mehr jede Band

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[youtube Ew-FCHbKoZY]

Ein Gedanke zu „Konzertkritik: Wingenfelder:Wingenfelder – “Besser zu zweit”-Tour 2012, 24.04.2012, Kleiner Club Saarbrücken (Garage)“

  1. Hallo!
    Also wir waren gestern auch da, sind auch alte Furyfans (uralte?) und haben Wingenfelder&Wingenfelder nun zum zweiten Mal in der Formation live gesehen. Man muss gestehen: es ist etwas anders als zu alten Zeiten, neu, vielleicht ungewohnt, aber keineswegs schlechter!! Im Gegenteil, Kais Stimme wird mit den Jahren immer besser (wenn das überhaupt noch möglich ist).
    Die Jungs, die sie sich in die Band geholt haben passen auch sehr gut zu den Brüdern…
    also ein absoluter Glücksfall für die deutsche Musik, dass diese Herren weiter ihrer Leidenschaft nachgehen und nicht entgültig das Mikro an den Nagel gehängt haben.
    Auch menschlich sind sie nach wie vor auf dem Boden haften geblieben und geben unermüdlich Fragen auf Antworten treuer Fans und posen geduldiger als jedes von Klums Gören 😉
    Immer wieder einen Besuch wert!

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