Konzertkritik: Udo Jürgens – “Der ganz normale Wahnsinn”-Tour 2012, 23.02.2012, Arena Trier

Udo Jürgens begeisterte in der ältesten Stadt Deutschlands

Gemeinsam mit ca. 4.500 Besuchern freuten wir uns auf den Altmeister des deutschsprachigen Liedgutes, den unverwüstlichen Udo Jürgens. Man schrieb das Jahr 1966 als ein nicht so ganz so bekannter junger Mann mit „Merci Chérie“ den Eurovision Song Contest für Österreich gewann. Ein paar Jahre später kannte jeder diesen Mann und mit mit jedem seiner Hits wurde seine Fangemeinde größer, inzwischen leider auch immer älter. Während bei vielen ähnlichen Veranstaltungen doch eine relativ bunte Mischung zu verzeichnen ist, lag hier der Durchschnittsgeburtsjahrgang noch vor dem Jahr seines großen Duchbruchs. Vereinzelt konnten jedoch auch jüngere Semester gesichtet werden. Und das ist auch gut so, bot die Show doch einige Leckerbissen für den geneigten Musikliebhaber. Für das ein oder andere Highlight sorgte wie gewohnt das fantastische Orchster Pepe Lienhard, ein Schweizer, der bereits seit 38 Jahren mit Udo Jürgens die Welt bereist. Beim Schlussapplaus gelang es endlich einmal, alle 25 Musiker und Sänger vereint zu sehen. Eingeladen hatte der Künstler zusätzlich auch einen Backgroundchor, The Voices, eigentlich ein Jazzchor, der aber nur gelegentlich sein komplettes Können zeigen durfte sowie eine junge, aufstrebende Geigerin aus Russland.

Den ersten Teil des Abends widmete Udo Jürgens seinen neueren Titeln, u.a. dem Namesgeber seines neuen Albums / der Tour, „Der ganz normale Wahnsinn“. Hierbei zeigte sich die Stärke, die ihn von vielen Schmuse- oder Schlagersängern wohltuend abzuheben vermag : neben der einzigartigen Musik gelingt es ihm immer wieder, einen gewissen Tiefgang und eine Aktualität, verbunden mit einer (manchmal nicht nur) leisen Sozialkritik zu verbreiten, ohne dabei aber den erhobenen Zeigefinger zu erheben. Gegen Ende des ersten Teils zeigte er Ausschnitte aus seinem kürzlich mit einem Bambi ausgezeichneten Familiendrama „Der Mann mit dem Fagott“, wobei die von ihm komponierte Filmmusik live dargebracht wurde. Dass dabei kleinere technische Schwierigkeiten auftraten, ließ sich absolut verschmerzen.

Wie erwartet präsentierten die Musiker im zweiten Teil die inzwischen sehr stolze Anzahl von Ohrwürmern, die sich über die Jahre angesammelt haben : „Gabi wartet im Park“ oder geht in „Das ehrenwerte Haus“, bestellt dort „Griechischen Wein“, natürlich „aber bitte mit Sahne“, denn „ich weiß, was ich will“, auch „mit 66 Jahren“, aber „ich war noch niemals in New York“. Aber der Abend durfte nicht enden ohne den legendären weißen Bademantel. So „bewaffnet“ brachte der Sänger noch die oder andere Nummer zu Gehör, wobei er lediglich seines Klaviers als Unterstützung bedurfte. Beendet wurde der schöne Abend dann mit dem Hit „Liebe ohne Leiden“, einer Nummer aus 1984, die er gemeinsam mit seiner Tochter Jenny erarbeitet hatte. Solange Udo Jürgens so fit bleibt, freuen wir uns auf weitere Tourneen des 77jährigen, selbstverständlich unterstützt von Orchester Pepe Lienhard.

Künstlerhomepage: www.udojuergens.de

Veranstalter: www.poppconcerts.de

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