Konzertkritik: The Dubliners – “Still going strong”-Tour 2011, 04.11.2011, Stadthalle Merzig

“We learned it from youtube…” – Die Urväter des Irish Folk gastierten in der Merziger Stadthalle

Ein interessanter Anblick erbot sich am Freitag in Merzig. Die Bühne der – wie man am Freitag bemerken musste – viel zu kleinen, aber für ein Folkkonzert genau richtigen Stadthalle (das Konzert war lange ausverkauft und am Eingang drangen doch immer mal wieder Kurzentschlossene vor, um vielleicht doch noch eine Karte zu erhaschen) war schlicht dekoriert. Ein Tisch mit Wasser- und Bierflaschen, ein paar Stühle und 1 Banjo im Halter. Mehr nicht!
Hier sollten also die Dubliners auftreten, die erste Irish Folk Band, die es über den Teich nach Kontinentaleuropa schaffte und den Irish Folk hier etablierte, die Bands wie The Pogues erst herausbrachte und ohne die Fiddler’s Green und Konsorten nicht existieren würden. Was hatte man – als Nicht-Dubliners-Kenner – zu erwarten? Nunja, da sind 5 Männer um die Mitte 70, die irische Lieder runterträllern? Weit gefehlt: Das Haus rockte und die Dubliners zeigten, dass sie sich trotz ihres hohen Alters hinter keiner anderen Band verstecken müssen und wohl immer noch die beste Folkband der Welt sind. Lobenswert war vor allem auch der sehr anständige Eintrittspreis von knapp 30 Euro bei einer Gesamtspieldaur von 2h 45 Min. Respekt, die Herren!

Die Dubliners machen klassischen irischen Folk. Wenn man bedenkt, dass es sich dabei um die irische Volksmusik handelt und man weiter bedenkt, aus was unsere Volksmusik besteht, muss man sich als Deutscher doch ein wenig schämen. Gott sei Dank gibt es die Dubliners: Bereits seit 1962 tourt die Band rund um den Globus, nächstes Jahr feiern sie 50jähriges Bühnenjubiläum.

Aber nun zum Konzert selbst: Mit Sean Cannon und Patsy Watchorn haben die Dubliners zwei echte Gesangs-“Röhren”. Dreckig, verwaschen, vernölt werden das die einzelnen Songs gesungen, man hat das Gefühl, als würde man wirklich in nem Pub stehen. Die durchweg vorherrschende Sympathie der ganzen Band schlug sich direkt auf das Publikum über. Als auch Ur-Dubliner Barney McKenna hin und wieder zum Mikro griff, war seine Ansprache zwar oftmals schwer verständlich, aber dennoch bot er soliden Folkgesang. Neben diversen Songs, die wohl nur innerhalb Irlands bekannt sind, aber dennoch direkt angenommen wurden, begeisterte die Band v.a. mit ihren Klassikern “Rocky Road to Dublin”, “Molly Malone”, “7 drunken Nights” und natürlich “Whiskey in the Jar”, was damals von u.a. Thin Lizzy, Metallica und und und gecovert wurde. Dementsprechend kündigte Sean Cannon den Song auch folgendermaßen an: “We learned it this Morning from youtube, it’s a Song by Metallica”.

Fazit: Für Fans des Irish Folk ist ein Konzert der Dubliners ein Muss (was man auch daran sah, dass das Publikum bunt gemischt war). Aber auch Freunde des gepflegten Songwritings und Charaktergesangs sind bei den Dubliners super aufgehboben. Mögen die Herren noch lange für whiskeyschwenkende Gläser sorgen…wir freuen uns schon auf’s nächste Jahr, wenn die Dubliners wieder das Saarland besuchen werden. Danke in diesem Zusammenhang auch an die Organisatoren der Villa Fuchs, denen mit den Dubliners ein echter Glückgsgriff gelungen ist.

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[youtube 46EXY4oP1Do]

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