Konzertkritik: The Dubliners – 50 Jahre Jubiläumstour, 03.11.2012, Deutschherrenhalle Beckingen

Die irischen Haudegen feierten Geburtstag und Abschied zugleich

Ein ganz besonderes Konzert erlebten die Besucher des Konzerts der Dubliners am vergangenen Samstag in Beckingen. 50 Jahre tourt diese Band nun schon in der Weltgeschichte rum, 50 Jahre machten sie den klassischen Irish Folk auch auf dem europäischen Festland populär … jetzt verabschiedet sich die Band so langsam in die wohlverdiente Rente.

The Dubliners sind sozusagen die Gründungsväter der Bands, deren Musik heute nicht nur in Szenekreisen gehört wird. Fiddler’s Green, Flogging Molly, U2 und the Pogues wären heute nicht das, was sie wären, hätte es die Dubliners nicht gegeben. Irish Folk ist eine spezielle Musik, die so gar nicht an die klassische Humpapa-Volksmusik hierzulande erinnert. Der Unterschied: Für den Irish Folk muss man sich keineswegs schämen. Handgemachte mytische Musik oder einfach Musik zum guten Bier mit allerlei typisch-irischem Flair macht Spaß. Und das sah man vor allem am gut durchmischten Publikum.

Nicht nur bei bekannten Gassenhauern wie “Whiskey in the Jar” oder “Wild Rover” wurde mitgeklatscht und getanzt; egal, was die Dubliners auch anklingen ließen: Sie bekamen durchweg Szenenapplaus.

Doch wollte die Band auch ihre ehemaligen Mitstreiter, allen voran ihren im April verstorbenen Banjospieler Barney McKenna, mit ins Konzert einspannen. So wurde das Konzert vervollständigt durch Videoaufnahmen vergangener verstorbener Dubliners wie Luke Kelly, Ronnie Drew oder auch den eben genannten Barney McKenna. Fiddler John Sheahan ließ es sich nicht nehmen, jeden der Verstorbenen mit einem eigenen persönlichen Gedicht zu ehren. Und so hatte man, als die Band in die Videoaufnahmen mit einstimmte, das Gefühl, dass hier verschiedene Musiker nur in verschiedenen Räumen stehen und zusammen musizieren. Nicht nur dieser Gedanke sorgte für Gänsehautmomente.

Die Dubliners spielten ein Querschnitt aus ihrer Geschichte, der Großteil der Songs wurde immer mal wieder auf den vergangenen Touren gespielt und war durchaus bekannt. Auch ihren trockenen irischen Humor ließen sie nicht vermissen (“The next Song is called Whiskey in the Jar. We learned it by Metallica!”).

Leider hat die Band angekündigt, dass dies ihre letzte Deutschlandtour war. Ob es nun damit zusammenhängt, dass mit Barney McKenna das letzte Gründungsmitglied starb oder die Band nun einfach mal erkennt, dass das Touren mit knapp 80 Jahren doch nicht mehr so einfach ist, wurde nicht erklärt.

Wer bis dato die Dubliners also noch nicht gesehen hat, hat zum einen ein echtes Stück Musikgeschichte verpasst. Für die anderen bleibt immer noch ein kurzer Abstecher nach Irland. So lässt sich ein sicherlich entspannender Urlaub noch mit guter Musik verbinden.

Ein Gedanke zu „Konzertkritik: The Dubliners – 50 Jahre Jubiläumstour, 03.11.2012, Deutschherrenhalle Beckingen“

  1. Ich kenne die Dubliners seit gut 40 Jahren,habe Konzerte in Essen,Bochum,Dortmund
    Bielefeld,Hannover und Stade gesehen,und meine Eltern sogar in den70iger Jahren
    in Bern(Schweitz).Nach Luke Kelly’s Tod 1984 ging es ja erstmal weiter.2008 starb
    Ronnie Drew,und dieses Jahr nooch Barney McKenna der den Typischen Dublinerssound
    machte.Nach 50 Jahren Folk Musik aus Irland muß dann auch mal schluß sein.Ich halte die Dubliners so in Erinnerung wie sie mal vor 28 Jahren waren.Wenn ich mal
    die Dubliners sehen möchte als sie noch in Urbesetzung waren sehen möchte,schaue
    ich sie mir im Internet an.Schön das es sowas Gibt.Gruß aus Hannover: Rolf Behle

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