Konzertkritik: Santiano – “Von Liebe, Tod und Freiheit”-Tour 2016, 25.02.2016, Arena Trier

santiano sb

Die Shantyrocker gastierten wieder in der ältesten Stadt Deutschlands mit ihrem aktuellen Album

Santiano sind ein Phänomen. 2011 aus einer Schnapslaune heraus gegründet, heimst die norddeutsche Band mit ihrem Seemannsrock Erfolg um Erfolg ein. Trier ist hier ein altbekannter “Hafen”. Fing die Band vor weniger hundert Zuschauern 2011/2012 noch in der Europahalle an, gastierte man letzte Woche vor 3.900 Zuschauern in der gut gefüllten Trierer Arena, die leider – trotz vieler Kritik, die unter den Zuschauern wieder vernehmbar war – wieder voll bestuhlt war. Ich persönlich frage mich auch, was das soll. Sicherlich zielte Santiano vermutlich ursprünglich mal auf die klassische Schlagergeneration ab, die Halb- und Vollplayback gewohnt ist und brav jeden Song mitklatscht. Da tut Sitzen nicht weh und Stehen wäre unangenehm. Santiano bedienen aber mittlerweile ein Rockgenre, was auch nicht verwunderlich ist, da die Bandmitglieder allesamt der Rockmusik entspringen. Es ist einfach unpassend, wenn Kracher wie “Rungholt” mit tragenden Trommeln oder “Gott muss ein Seemann sein” mit saftigen Rockriffs im Sitzen gefeiert werden müssen, weil einen der Hintermann sonst anschnauzt, weil er oder sie nichts sehen kann.

Also Veranstalter: Bestuhlt von mir aus die Tribüne, aber lasst den Innenraum verdammt noch mal frei, auch wenn man dadurch ein paar Euronen weniger verdient. Die Band und auch die Fans werden es euch danken! Sänger Björn Both war sichtlich erleichtert, als die meisten der Fans endlich standen.

Die Band gab gewohnt alles. Neben einer sehr abwechslungsreichen Setlist, die alle 3 Alben gleichermaßen bediente und die zusätzliche Schmankerl wie die sehr starke Powerpallade “Weh mir”, die neuen Songs “Land of Green” (Eine Ode an Irland) und “Ade, ade” enthielt, wurde die Band vor allem für ihre Gassenhauer gefeiert: “Santiano”, “Es gibt nur Wasser”, “Frei wie der Wind”, “Irish Rover” und und und wurden mitgeklatscht und mitgetanzt. Im Zugabenteil bot die Band ein Akustikset, u.a. mit dem Knut Kiesewetter Cover “Fresenhof” auf platt.

Nach guten 2h verabschiedete sich die Band mit “Hoch im Norden”, einer Liebeserklärung an ihre norddeutsche Heimat.

Es macht unglaublichen Spaß, der Band zuzuschauen, die sichtlich auf das abgeht, was sie da macht: Gute Laune Rock mit eingängigen Melodien, die zum Abfeiern geradezu auffordern und die leider durch zu viele Stühle ab und an ausgebremst wurden.

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