Konzertkritik: Samiam, 24.4.2013, JUZ Försterstraße Saarbrücken

Ein bisschen mit Licht und Schatten

Die Ansage, dass die Urväter des echten Emo wie schon vor zweieinhalb Jahren ins JUZ in der Försterstraße kommen sollen, konnte doch einige Leute animieren sich eine Karte zu besorgen und so war es ein gut besuchter Konzertabend im sympathischen Jugendzentrum im Nauwieser Viertel. Bevor aber der Hauptact an der Reihe war, sorgten zunächst Perdition für Stimmung. Zu Beginn noch vor eher wenigen Menschen spielend, füllte sich der Raum im Verlauf ihres Sets doch merklich und das Quartett heimste den verdienten Applaus ein, denn sie machten ihre Sache wirklich gut und spielten ein abwechslungsreiches Set zwischen Punkrock und auch ein bisschen düstereren Nummern.

Als nächstes kam dann mit Mikrokosmos 23 eine deutsche Band an die Reihe, die ihren Stil leider zu deutlich in Richtung Hamburger Schule gewählt haben. Musikalisch eigentlich ganz ordentlich, gesanglich gefühlt irgendwo zwischen schreien und hauptsächlich weinen; ganz einfach nicht mein Ding. Auch die Art, hauptsächlich die des Sängers bei (kaum verständlichen) Ansagen immer über seinen Brillenrand zu linsen, war nicht sonderlich sympathisch. Einzig der Schlagzeuger, der in seinem eigenen Mikrokosmos gefangen zu sein schien, sorgte für Erheiterung. Ein paar wenigen gefiel’s noch, einige konnten wohl auch den Großteil der Songs mitsingen und spendeten Applaus, der Großteil des Publikums verließ jedoch den Raum wieder und genoss die restliche Abendwärme vor der Tür.

Auf wen das Publikum gewartet hatte, zeigte sich dann bereits beim ersten Song von Samiam. Auf einmal war es vor der Bühne gedrängt voll und es wurde auch einigermaßen zaghaft ein bisschen gepogt, vor allem aber immer wieder die Gelegenheit genutzt Stagediving zu betreiben. Die die-hard Fans in den vorderen Reihen schrien quasi jeden Song von Anfang bis Ende mit und spendeten zusammen mit dem Rest des Publikums großzügig Applaus und so machte es dem Quintett aus Kalifornien sichtlich Spaß, das Publikum mit immer wieder neuen Hits aus der 25-jährigen Bandgeschichte zu beglücken. Anstatt das Publikum im ungewissen zu lassen, ob es noch eine Zugabe geben wird, kündigte Sänger Jason Beebout dann einfach an, kurz Pause zu machen und zum Abschluss gab es noch mal einige ihrer besten Songs zu hören, bevor das Publikum dann nach insgesamt etwas mehr als drei Stunden nach Hause verabschiedet wurde.

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