Konzertkritik: Prime Circle – “Let the Night in”-Tour 2014, 14.10.2014, Garage Saarbrücken

Prime Circle

Südafrikas erfolgreichste Rockband besuchte nach 2011 erneut die Garage

“Let the Night in” heißt ihr neues Album, das ebenso erfolgreich werden soll, wie die beiden Vorgängeralben “Jekyll & Hyde” und “Evidence”, die Prime Circle in Europa zum Durchbruch verhalfen. In ihrer Heimat Südafrika füllt die Band schon seit Jahren Stadien. Hier in Deutschland spielen sie – leider – bis dato nur in kleinen bis mittelgroßen Hallen. Und dies völlig zu Unrecht. Prime Circle machen geradlinigen ehrlichen Rock, den man heute in dieser Art nur noch selten findet. Dazu kommt die einzigartige, mit hohem Wiedererkennungswert ausgestattete Stimme des Frontmanns Ross Learmonth. “Let the Night in” ist im Vergleich zu seinen Vorgängern überraschend poppig, ja geradezu radiolastig geworden. Böse Zungen würden hier sicherlich behaupten, die Band müsse noch bekannter werden. Hoffentlich keine dauerhafte Entwicklung.

So trat die Band am 14.10.2014 auch hier nur im kleinen Club auf, der aber dafür umso besser besucht war, sodass gefühlte 120 Grad Innentemperatur herrschten. Als Vorband gastierten die Nürnberger Rocker von “Segard”, die sich selbst in die Sparte des US-Hardrock stellen, mir aber eher als rockigere Version von Revolverheld vorkamen.

Mit dem gleichnamigen Opener “Let the Night in” begann das Konzert. Eine sehr synthielastige Low-Tempo Poprocknummer, als Opener eher ungeeignet, da bisschen schwülstig. Glücklicherweise war die Setlist sehr abwechslungsreich und auch die von mir sehr gemochten Rockkracher “Closure” und “Evidence” fehlten nicht. Aber auch der nicht Hardcore-Prime Circle-Fan durfte erkannt haben, dass die Band mit den neuen Songs einen Schnitt getan hat, näher zu Bands wie den “Imagine Dragons” oder “Hurts”. “Doors” ist fast schon ein Lala-Popsong, “Gone gone gone” dürfte den Chartmusiksendern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Die Band spielte sich durch die letzten 3 Alben, die alle in Deutschland käuflich zu erwerben sind. Die früheren Alben der Band sind selten und nur über den südafrikanischen Markt zu bekommen.

Nach etwas mehr als 90 Minuten war das Gastspiel der Primes aber schon wieder vorbei. An sich schade, denn sympathisch ist die Band allemal. Und wenn sie sich jetzt wieder auf ihre rockenden Wurzeln zurückbesinnen, dann ist alles perfekt.

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