Konzertkritik: KoRn – 15.03.2012, Rockhal, Luxemburg (Gastautor: Marc Finkler)

Als Mitbegründer des Nu-Metals werden sie gepriesen, die Band KoRn. Und am 15.03.2012 in der Rockhal in Luxemburg haben sie auch gezeigt, dass sie diesen Titel verdient haben! Mit ihren Liedern haben sie dieses Genre revolutioniert. In den vergangenen 18 Jahren, in denen KoRn bereits existiert, haben sie einen Wandel durchgemacht, der so manche Fans ins Grübeln brachte, aber auch immer wieder neue schaffte. Denn nach dem Austritt des Gitarristen “Head” aus der Band im Jahre 2005 änderte sich das Genre prompt: aus dem “klassischem” Nu-Metal, bei dem der geslappte Bass ein tragendes Element war, entwickelte sich ein Genre, bei dem die Bassgitarre wieder mehr die klassische Rolle als Rhythmus-Instrument erlangte. Der Bass trat mehr in den Hintergrund, während das Schlagzeug eine dominierende Rolle bekam. Dies war nicht mehr der Nu-Metal, mit dem KoRn berühmt geworden sind, sondern eher ein Industrial-Rock-orientiertes Album, bei dem sich auch die Texte nicht mehr nur um die Probleme drehen, die Sänger Jonathan in seiner Kindheit gehabt hat, sondern auch um gesellschaftliche Missstände oder Politik drehen. Dies wird besonders deutlich, wenn man sich Klassiker wie “Freak on a Leash” oder “Good God” mit Songs des Albums “See You On The Other Side” vergleicht.
Nach diesem Album trennte sich nun auch noch Schlagzeuger David von der Band, weshalb für das neue Album “Untitled” Terry Bozzio aushelfen musste. Das darauffolgende “KoRn III-Remember who you are”, welches mit dem jetzigen festen Schlagzeuger der Band, Ray Luzier, aufgenommen wurde, ging wieder mehr in Richtung der alten Alben der Band. Mit dem aktuellen Album “The Path of Totality” wagten KoRn einen Schritt in eine andere Richtung, indem sie z.B. mit Skrillex und anderen Vertretern des Dubstep-Genre zusammenarbeiteten und somit elektronische Klänge in ihren Nu-Metal mit einfließen ließen.
Der Abend wurde von dem Solo-Programm von Jonathan Davis “JDEVIL” eröffnet. Jonathan beeindruckte als DJ mit harten elektronischen Klängen. Die zweite Vorband “The Dirty Youth” vermittelte einen pop-punkigen Eindruck. Nichts besonderes soweit, aber okay.
Nach dieser Band betraten KoRn die Bühne und eröffnete ihre Show mit Hits ihrer ersten beiden Alben, wie “Lies”, “Predictable”, “No Place to Hide” und “Good God”. Allein mit diesen Songs sorgten KoRn für eine sagenhafte Stimmung in der Rockhal. Im weiteren Verlauf des Konzertes wurden weitere Klassiker der alten Alben, aber auch einige Songs des neusten Album gespielt. Obwohl diese eine andere stilistische Richtung einschlugen, kamen sie beim Publikum genauso gut an wie die Klassiker; was wohl auch daran lag, dass durch diesen “Genre-Wechsel” ein abwechslungsreiches Konzert geschaffen wurde.
Während einigen Liedern wurden die Zuhörer perfekt in die Show mit einbezogen, wie z.B. bei der Cover-Version von Pink Floyd’s “Another Brick in the Wall”: Die linke Seite des Publikums wurde aufgefordert eine Zeile des Liedes, wie z.B. “We don`t need no education” zu singen, welche Jonathan mit einem “right” erwiderte, anschließend sollte die rechte Seite und dann die Zuhörer in der Mitte, die darauffolgenden Zeilen singen.
Als KoRn dann die Bühne verließen und die Besucher des Konzertes nicht mehr mit dem applaudieren aufhören wollten, kam Jonathan Davis aus dem Hintergrund mit dem lang erwarteten Dudelsack-Solo hervor und stimmte den vorletzten Song “Shoots and Ladders” an. Der Song wurde mit einem Riff aus Metallica`s “One” beendet. Hierauf folgte ihr letzter Song; der mit dem sie unter anderem berühmt geworden sind, ihr erster Song: “Blind”. Dies war clever gewählt und erzielte ein perfektes Ende was der Band einen riesen Jubel bescherte. Anschließend bedankten sich die Bandmitglieder für das zahlreiche Kommen der Fans.
Dem Konzert fehlte im Großen und Ganzen nichts. Die ersehnten Klassiker wie “Freak on a Leash”, “Here to Stay”, “Falling away from me”, “Good God”, “Blind”, “Got the Life” aber auch neuere Songs wie “Get Up” und “Narcissistic Cannibal” wurden gespielt. Diese Abwechslung ließ keine Langeweile aufkommen und die Band überzeugte mit perfekter Performance, was nicht nur mir als eingefleischtem KoRn-Fan sondern auch anderen, die neu zu dieser Musik hinzugestoßen sind, das Herz aufgehen ließ. Man kann diese Band nur weiterempfehlen! Auch an großes Lob muss man der Rockhal für die tadellose Organisation und klasse abgemischten Sound aussprechen.

 

Gastkritik von Marc Finkler

 

Homepage von KoRn


Homepage von Dirty Youth

Homepage der Rockhal

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Ein Gedanke zu „Konzertkritik: KoRn – 15.03.2012, Rockhal, Luxemburg (Gastautor: Marc Finkler)“

  1. Echt klasse Artikel!!!
    Mir gefällt vorallem der Zurückblick in die Bandgeschichte.
    Wusste gar nicht, dass Korn auch Lieder von anderen Bands covert.
    Danke für den umfangreichen Bericht!

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