Konzertkritik: Broadway Calls, 17.3.2013, Kleiner Klub Garage, Saarbrücken

Abwechslungsreicher Abend im Zeichen des Punk Rocks

Mit den Great Cynics, den Gnarwolves und Broadway Calls waren am vergangenen Sonntag drei klasse Bands im Kleinen Klub der Garage in Saarbrücken zu Gast, die zwar alle Punk Rock spielten, aber durch ihre unterschiedlichen Nischen einen sehr abwechslungsreichen Abend gestalteten.

Zu Beginn betraten die jungen Londoner Great Cynics die Bühne im leider sehr schlecht besuchten Kleinen Klub und legten mit ihrer sympathischen Art gleich gut los. Musikalisch bewegte sich das Trio in Richtung Folk Punk und erinnerte mit ihren eingängigen Songs zuweilen auch ein bisschen an Against Me! oder auch teilweise and The Gaslight Anthem. Dem Publikum gefiel’s auf jeden Fall ganz gut und so wurde brav mitgewippt und ganz vereinzelt sogar auch ein bisschen der Mund mitbewegt. Außerdem bemerkenswert: dem Drummer gelang es in dem halbstündigen Set zwei Snairs zu verbrauchen: zuerst riss das Fell der eigenen und später gab es noch ein Problem mit den Snair-Saiten der geliehenen.

Als nächstes waren dann die Gnarwolves an der Reihe und zeigten sofort, dass sie an diesem Abend für die etwas härtere Gangart zuständig waren. Mit ihrem Melodic Hardcore lieferten sie ein sehr kurzweiliges Set, das allerdings auch tatsächlich nur sehr kurz war. Dies lag aber auch daran, dass sie sofort drauflosspielten als gäbe es keinen Morgen mehr, vor allem der Drummer drosch auf sein Schlagzeug ein als hätte es ihm physische Schmerzen zugefügt. Auch waren sie nicht ganz so schüchtern wie ihre Vorgänger auf der Bühne und blödelten auch ein bisschen herum. Nach knapp 20 Minuten waren sie dann auch schon durch ihr Set durchgesprintet und überließen dem Hauptact die Bühne.

Danach betraten dann schließlich Broadway Calls die Bühne und spielten ein Set, das zum Großteil aus Songs ihres neuen Albums Comfort/Distraction bestand, welches meiner Meinung nach bisher zu einer der besten Neuerscheinungen des aktuellen Jahres gehört (zumindest, wenn man auf Punk Rock steht). Manchmal hätte vielleicht eine etwas ausführlichere Ansage ganz gut getan, aber schließlich war das Trio aus Oregon ja nicht zum Quatschen da, sondern, um Musik zu machen und das taten sie auch wirklich gut. Von der angenehmen Stimme, über die eingängigen Gitarrenmelodien und den verspielten Basslines, bis zum technisch versierten Drumming passt da einfach alles zusammen und genau das ist es, was Broadway Calls aus der überfüllten Schublade des Pop Punks herausstechen lässt. Das Publikum dankte es ihnen mit etwas mehr Bewegung, ein bisschen mehr Mitsingen und Applaus, der dafür, dass nicht mal 20 Leute da waren schon ordentlich war.

Drei Bands, drei Richtungen, drei prima Konzerte; alles in allem also mal wieder ein toller Konzertabend im Kleinen Klub. Einzig die schwache Besucherzahl bleibt als Wermutstropfen zurück.

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