(Gast-)Kritik: Subway to Sally – “Nackt II”-Tour 2011, 27.03.2011, Kammgarn Kaiserslautern

Die Mittelalterrocker gastierten in der Kammgarn mit akustischem Set

Im Jahre 2006 beglückten uns Subway to Sally bereits einmal mit einer Nackt-Akustiktour. Damals überzeugten sie vor allem mit wunderschön inszenierten düstere Balladen wie Minne und eingehenden Songs wie Liebeszauber, die in der Akustik-Version richtig zur Geltung kamen. Das Bühnenbild bildete das i-Tüpfelchen und die Band schaffte es mal wieder ihr Publikum zu verzaubern. Dementsprechend haben wir uns riesig auf “Nackt II” gefreut und waren voller Erwartung…

 

Zunächst ein paar Worte zum klassischen Subway-Bühnen Make-up: Schlicht und düster kam es herüber, ein von innen glühender Baum mit Krähen diente als zentrale Trophäe der Bühne, sodass zumindest die Optik auf den ersten Blick überzeugte.

 

Aber auch am Rest, dem Hauptact selbst, gab es kaum etwas zu kritisieren: Subway sind routinierte Künstler. Über Jahre hinweg haben sie sich – nicht nur im Mittelaltergenre – eine gewisse Qualität erarbeitet, die wie immer überzeugte: Sie beherrschen ihre (mittelalterlichen) Instrumente! Erik Fishs dazu passende Stimme klingt live einfach überwältigend, so stark, heroisch, pathetisch. Unterstützt von einer Percussionistin und einem Cellist wurde für perfekten Akustik Sound gesorgt.

 

Nach den ersten Songs war die Stimmung durchaus als ausgelassen zu beschreiben; die teils sehr jungen Fans jubelten lautstark zu. Leider beschränkte sich Subway gerade im Mittelteil jedoch mit zu vielen Füllsongs, sodass die anfängliche gute Stimmung schnell ein wenig unterging und versank.

 

Dies schien auch Erik Fish gemerkt zu haben, denn um das Publikum wieder mitzureißen, stimmte die Band ihren Hit „Eisblumen“ an, einst gecovert durch die gleichnamige Künstlerin!

 

Die Setlist an sich war gut gemischt, trotzdem schien die Stimmung, gerade bei den Songs des letzten Albums „Kreuzfeuer“, etwas zu hinken.

 

Hervorzuheben war allerdings die Akustik Version von „Herrin des Feuers“. Wenn man diese beschreiben müsste, würde der Begriff „Wahnsinn“ schon alles erläutern. Auch „Wenn Engel hassen“ und „Henkersbraut“ haben die Leute aufgeweckt und überzeugten (gerade bei diesen  Liedern war dem Publikum anzumerken, WIE der Subway-Funke übergesprungen ist).

 

Nach dem offiziellen Set gab’s gewohnte zwei Zugaben: Fish griff beherzt zu seinem Dudelsack und folgte dem Wunsch der Fans, die – bereits zu Beginn – lautstark „Julia & die Räuber“ forderten. So schaffte die Band einen gelungenen Konzertabschluss mit vielen Höhen, aber leider auch einigen Tiefen

 

Fazit: Nach anfänglichen kleinen Stimmungshängern war es es insgesamt ein gelungener Abend ganz nach Subway-Manier, der allerdings nicht ganz an den Zauber von Nackt I anknüpfen konnte.

 

Ein Nachbericht von Juliane Schmidt, Saarbrücken

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