Kritik: Das Frühlingsfest der Volksmusik, 02.05.2011, Saarlandhalle Saarbrücken

Livemusik? Ja! Souveräne Show? Vielleicht! Musikalische Leistung? Meistens nein! – Florian Silbereisen präsentierte das Frühlingsfest der Volksmusik in der Saarlandhalle

Tja, was soll man sagen ? Für jemanden, dessen Musikgeschmack damit grds. nicht angesprochen wird, war die Zwischenstation der großen Tour schon irgendwie ein Schauspiel. Florian Silbereisen, mit 29 Jahren immer noch einer der jüngsten Showmaster aller Zeiten, reißt Zoten, die teilweise schon älter sind als er selbst. Das ist eigentlich schade, denn musikalisch ist er überraschen stark, sodass man ihm aus Gewohnheit sehr leicht unrecht tut. Nicht nur vom Showkonzept her sondern auch von seiner Art der Moderation und nicht zuletzt vor allem aufgrund des Klanges und des leider einen Tick zu oft eingesetzten Vibratos seiner Stimme erinnert er dabei sehr stark an sein großes Vorbild Peter Alexander. Während er im ersten Teil der immerhin über 3stündigen Show sich noch sehr bedeckt hielt, zeigte er im zweiten Abschnitt sehr häufig sein zweifellos vorhandenes musikalisches Talent. Unterstützt wird im Rahmen der Tour von u.a. „Die Schäfer“, einer 4köpfigen Gruppe aus dem badischen Bretten, die sich vor allem durch ihre Barfussauftritte auszeichnen. Aus der Originalbesetzung ist nur noch Uwe Erhardt erhalten, der neue Lebensgefährte der zweiten Künstlerin Angela Wiedl. Weiterhin traten auf :

– Alexander Rier, Jahrgang 1985, der Sohn vom Kastelruther Spatzen Norbert Rier und leider der schwächste Künstler bei dieser Tour

– Christoff, der Superstar aus Belgien, der selbstverständlich auch eine Polonäse anstimmte,

–  die Wildecker Herzbuben, die neben diversen mehr oder minder gelungenen Einlagen auch ihre beiden Hits „Hallo, Frau Nachbarin“ und „Herzilein“ darbrachten

– Michael Hirte, der wie gewohnt auf seiner Mundharmonika Welthits und eine seiner Gefährtin Jenny komponierte Melodie präsentierte

– die goldene Stimme aus Prag, der sichtlich gealterte Karel Gott mit einem Medley seiner größten Hits und einer Einlage mit Florian Silbereisen

–  Monsieur „Ballade pour Adeline“ Richard Clayderman

–  das deutsche Fernsehballet des MDR

–  eine achtköpfige Combo mitsamt 3 Backgroundsänger bzw. -sängerinnen

Was ist festzuhalten ? Wir mussten schon deutlich Schlimmeres ertragen. Für ihr Geld erlebten wir und die überwiegend älteren Semester einen unterhaltsamen Abend mit einigen ihrer Stars, die im Gegensatz zu manch anderen Veranstaltungen komplett auf Playback verzichtet haben. Das verdient vor allem im volkstümlichen Umfeld Anerkennung.

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