Kritik: Nintendo 3DS

 

Seit knapp 2 Wochen ist Nintendos neuer Handheld, der direkte Nachfolger des Nintendo DS, der Nintendo 3DS bei uns im Handel erhältlich. Wir haben ihn intensiv getestet und sagen euch, was der neue 3D-Handheld so alles kann.

Viele Fragen sich, ob der 3DS die hohen Erwartungen an einen 3D-Effekt ohne Brille halten kann, oder ob es sich lediglich um eine grafisch verbesserte Variante des Nintendo DS handelt. Im Folgenden werde ich meinen (sehr subjektiven) Ersteindruck des 3DS wiedergeben.

Der 3D-Effekt

Zunächst einmal betrachten wir die wichtigste Neuerung, den 3D-Effekt. Dieser funktioniert tatsächlich tadellos. Das Bild ist scharf, selbst bei schnellen Bewegungen. Der Betrachtungswinkel ist groß genug, so dass man nur sehr selten ein „Doppelbild“ sieht, wenn man den 3DS doch einmal zu schräg hält. Den Effekt zu beschreiben ist jedoch recht schwer. Man muss es selbst gesehen haben. Zum einen hat es die Wirkung, als würde man in eine Box hinein schauen, in der sich dreidimensionale Objekte befinden. Zum anderen kommt es aber auch immer wieder vor, dass sich Objekte (wie z.B Dreck und Wasser bei Ridge Racer) aus dem Bildschirm heraus auf einen zu bewegen. Auch die Einstellung der Stärke des 3D-Effekts (durch den Schieberegler am rechten Rand des oberen Bildschirms) funktioniert tadellos, und man findet schnell eine angenehme Einstellung, die die Augen nicht zu sehr belastet. Überhaupt werden die Augen, jedenfalls bei mir, nur selten überbeansprucht. Ich hatte lediglich am Anfang, in der Eingewöhnungsphase, leicht brennende Augen. Seitdem hatte ich jedoch keine Probleme mehr.

Das Schiebepad

Ebenfalls neu im Vergleich zum Vorgänger ist eine zusätzliche Steuerungsmöglichkeit: das Schiebepad. Dieses kennt man ihn ähnlicher Form schon von der PSP, beim 3DS wirkt dieses jedoch weniger schwammig und hat einen angenehmen Widerstand. Die Steuerung damit ist sehr präzise und angenehm.

AR-Games und Face Raiders

Damit man, auch ohne ein 3DS Spiel zu besitzen, direkt in die dritte Dimension eintauchen kann, sind auf dem 3DS einige Spiele vorinstalliert, die sich den 3D-Effekt zu Nutzen machen. Die Augmented Reality Spiele, kurz AR-Games, nutzen im Lieferumfang beiliegende Karten. Mit Hilfe der beiden 3D-Kameras, die sich außen am 3DS befinden, erscheinen so 3D Objekte auf den Karten. Mit 5 dieser Karten, kann man 3D Abbildungen berühmter Nintendo Figuren wie Mario, Zelda oder Samus Aran erzeugen. Diese kann man dann auf Knopfdruck in verschiedenen Stellungen posieren lassen und dann fotografieren. Das ist nett, aber nach kurzem Testen nicht mehr sehr spannend. Wirklich lustig sind hingegen die verschiedenen Spiele, die man mit Hilfe der Fragezeichen-Karte spielen kann. Hier kann man entweder auf Zielscheiben schießen, Fische angeln, 3D-Objekte malen und bewegen, oder eine Mischung aus Billiard und Golf spielen. Dazu werden die Level in 3D auf den Untergrund, auf dem man die Fragezeichen-Karte gelegt hat, projiziert. Man hat dabei wirklich das Gefühl mitten im Spiel zu sein, weil man sich oft auch um die Karte bewegen muss, um das Spielziel zu erreichen.

Ein weiteres vorinstalliertes Spiel ist Face Raiders. Diese Spiel macht sich den 3D-Effekt und den Bewegungssensor des 3DS zu nutze. Man macht ein Foto von sich selbst oder einer anderen Person, und sieht dieses dann im realen Raum umherfliegen. Die Aufgabe ist dann, dieses Gesicht abzuschießen. Im Hintergrund erscheinen auch immer wieder zufällig Fotos, die man mit der 3D Kamera gemacht hat. Das macht richtig Spaß, und da man sich auch hierbei bewegen muss, kommt wieder das „Mitten im Spiel“ Gefühl auf.

Die 3D-Kamera

Mit der Kamera kann man auch einfach nur 3D-Fotos, leider in recht niedriger Auflösung, machen. Dazu können auch verschiedene Verfremdungseffekte genutzt werden. Ebenfalls eine nette Spielerei, die sich bis auf den 3D-Effekt jedoch nicht von der bekannten Funktion des DSi unterscheidet. Das gleiche trifft auf den Sound-Editor zu. Dieser spielt jetzt auch MP3s ab und zeigt dabei Visualisierungen, wie man sie schon von Musikprogrammen vom PC her kennt, in 3D an.

StreetPass, Schrittzähler und Aktivitätslog

Was den 3DS außer der Grafik noch von den alten DS-Varianten unterscheidet, sind einige neue Funktionen, die dafür sorgen, dass man den 3DS immer dabei zu haben will: StreetPass und der Schrittzähler.

StreetPass sorgt dafür, dass man, wenn man den 3DS im Standby und mit eingeschaltetem W-Lan in der Tasche mit sich trägt, mit anderen 3DS Nutzern, die ebenso unterwegs sind, Daten austauschen kann. Dies können das eigene Mii oder Spieldaten sein. Hat man unterwegs jemanden getroffen, wird man durch eine Meldung benachrichtigt und sieht dann, welche Daten getauscht wurden. Momentan ist das noch nicht sehr spannend, da noch nicht viele 3DS im Umlauf sind. Wenn sich aber die Nutzerbasis vergrößert, wird dieses Feature sicher von größerem Interesse sein.

Der Schrittzähler ist da schon interessanter. Dieser zählt nicht nur die Schritte, sondern man erhält pro 100 Schritte auch einen Stern. Von diesen kann man pro Tag 10 Stück sammeln. Diese Sterne kann man dann in Spielen gegen zusätzliche Gimmicks eintauschen. Da lohnt es sich doch, mal den ein paar Schritte mehr zu laufen.

Seine gelaufenen Schritte und gespielten Spiele kann man sich im Aktivitätslog anschauen und in verschiedenen Diagrammen darstellen lassen. Das ist vor allem für Statistikfreunde von Interesse.

Miis

Wie oben bereits erwähnt, haben die von der Wii bekannten Miis jetzt ihren Weg auf den 3DS gefunden. Diese können wie bisher komplett manuell, oder mit Hilfe eines Fotos automatisch erstellt werden. Dies funktioniert mehr oder weniger gut, meistens muss man das Ergebnis dann doch noch nachbearbeiten. Die Miis können dann z.B. in Spielen angezeigt werden. Oder man nutzt sie in der Mii-Lobby für weitere Minispiele. Der Clou dabei ist, dass man Miis die man per StreetPass erhalten hat, ebenfalls für diese Minispiele nutzen kann.

Der Home-Button

Als letzte Neuerung wäre noch der Home-Button, der sich in der Mitte unter dem Touchscreen befindet, zu erwähnen. Mit diesem kann man Spiele unterbrechen um   ins Hauptmenü zurück zu kehren. Dort kann man sich die Freundesliste und neue Meldungen anschauen, oder Notizen zu einem Spiel zu machen. Dies ist besonders bei rätsellastigen Spielen ein großer Vorteil. Die Freundesliste wurde zudem vereinfacht. Man braucht nun nur noch einen Freundescode für die Konsole, und nicht mehr für jedes Spiel einen eigenen Code. Außerdem kann man jederzeit sehen, ob ein Freund aus der Freundesliste online ist und was er spielt, sofern dieser dies erlaubt. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass der Home Button nur bei 3DS Spielen funktioniert. Bei alten DS Spielen wird das Spiel beendet.

Negatives

Bei allem was toll und neu am 3DS ist, gibt es auch den einen oder anderen Negativpunkt zu erwähnen. Zum einen ist das die recht kurze Akkulaufzeit. 3-5 Stunden hält der Akku bei eingeschalteten 3D-Effekt, je nach Helligkeit und Spiel. 5-8 Stunden bei ausgeschaltetem 3D oder alten DS spielen. Da dem 3DS jedoch eine Ladeschale beiliegt, in die man den Handheld in den Spielpausen legen kann, ist dies zu verschmerzen. Lediglich wenn man länger unterwegs ist, z.B. bei einer langen Bahnfahrt, kann es zu Stromknappheit kommen.

Die Entscheidung von Nintendo, den oberen Bildschirm nicht zu entspiegeln, war auch nicht die Beste. Gerade bei starkem Sonnenschein spiegelt der Bildschirm extrem.

Kurz nach Veröffentlichung ist zudem eine Kinderkrankheit aufgetreten, der so betitelte „Black Screen“. Dies ist ein Fehler, der bei manchen Spielen zu einem schwarzen Bildschirm mit einer Fehlermeldung führen kann. Tritt dieser auf, hilft nur das Neustarten des 3DS, was zu einem Verlust des bisherigen Spielfortschritts führen kann. In den letzten 2 Wochen ist dieser Fehler bei mir 3 Mal aufgetreten. Bisher hat Nintendo auch noch keine Lösung dafür parat. Jedoch ist damit zu rechnen, dass der Fehler bald mit einem Firmware-Update behoben werden wird.

Fazit

Insgesamt schmälern diese Fehler jedoch nicht meine Begeisterung für den Nintendo 3DS. Meine Erwartungen wurden erfüllt, zum Teil sogar übertroffen. Meiner Meinung nach ist Nintendo damit einmal mehr eine Revolution im Konsolenbereich gelungen. Der 3DS bestärkt damit die Pionier-Stellung, die Nintendo seit Einführung des GameBoy vor über 20 Jahren im Handheldsektor hat.

Nintendo 3DS-Konsole auf Amazon.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.