CD-Kritik: Tiemo Hauer – Losgelassen

 

 

Momentan schießen sie ja wie Pilze aus dem Boden: junge Singer-Songwriter die sich in ihren Texten mit dem Erwachsenwerden, der Liebe und dem Leben im Allgemeinen auseinandersetzen.

Der 21-Jährige Tiemo Hauer aus Stuttgart ist einer von diesen. Und einer von vielen trifft es leider ziemlich gut. Dabei ist er nicht untalentiert. Die Lieder sind gut komponiert, die Melodien eingängig wenn auch wenig abwechslungsreich. Zum allgegenwärtigen Klavier gesellen sich hier und da Schlagzeug und Gitarre, sowie hin und wieder elektronische Klänge. Tiemos Stimme ist prägnant und erinnert ein wenig an Marcus Wiebusch von Kettcar. Eigentlich ganz gute Vorraussetzungen für ein Debütalbum.

Das Hauptproblem sind jedoch die Themen und dazugehörigen Texte. Denn das vorrangige Thema ist die Liebe. Dieses wird von Liebesfreud bis Liebesleid durchexerziert,  und dies leider teilweise auf einem Niveau, das an Groschenromane erinnert. So wippt man zwar beim Hören mit den Füßen mit, vom Inhalt bleibt leider nicht viel hängen. Manche nennen dies Easy Listening, ich nenne es Fahrstuhlmusik. Wahrscheinlich hat sich dies Tiemo Hauer auch gedacht. Deshalb wird man nach neun vor sich hin dümpelnden Liedern plötzlich aus der heilen Welt mit Blümchen und Regenbogen gerissen, und in die harte Wirklichkeit zurückgeholt. „Nein“ thematisiert  Kindesmissbrauch- und mord. Solche Themen anzusprechen ist zwar mutig, passt jedoch überhaupt nicht in das restliche Konzept des Albums und wirkt dadurch deplaziert und verstörend. Vor allem da die folgenden Lieder wieder genauso weiterdümpeln wie das restliche Album. Was soll das? Dieses Lied hätte man sich auch sparen können. Dadurch bekommt das ganze Album einen negativen Beigeschmack.

Insgesamt ist „Losgelassen“ also ein Debüt, dessen gute Kompositionen durch fehlende Abwechslung, unausgereifte Texte und ein thematisch völlig unpassendes Lied überschattet werden.

Schulnote: 4

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