Kritik: Norbert Blüm – Ehrliche Arbeit

Norbert Blüms Abrechnung mit der Finanzwelt

Wer kennt Norbert Blüm nicht ? Für die einen ist der ewige Arbeitsminister, der als einziger die Rente für sicher hielt / hält. Für die anderen ist er mit seinen Auftritten in diversen Shows (von Rudi´s Tagesshow hin zu Wer bin ich ? mit Björn Hergen Schimpf) die Geburt des ersten Spaßpolitikers. Aber eines kann ihm wohl keiner abstreiten : Selbst in  seiner aktiven Zeit wirkte authentisch und ehrlich, was nun nicht viele Politiker von sich behaupten können. Daher war es nur eine Frage der Zeit bis auch von ihm ein Buch erscheint. „Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine  Raffgier“ sei es geworden, so der Titel. Dem kann man nur beipflichten. Auch wenn das Thema im Schatten der Finanzkrise als abgedroschen zu bezeichnen ist, kann trotzdem nicht (oft und heftig) genug Kritik am derzeitigen  Wirtschafts- und Finanzsystem geübt werden. Norbert Blüm beginnt sein Buch mit der Schilderung seiner eigenen  Gehversuche in diesem System, nämlich als Lehrling bei Opel. Er lässt uns teilhaben am hoffnungslosen Versuch, seiner Enkeltochter die Wirtschaft und den Kapitalismus zu erläutern. Und schließlich nähert er sich seinem eigentlichen Anliegen, nämlich der heutzutage fehlenden Wertschätzung für ehrliche Arbeit. Heute stehe lediglich das Geld im  Mittelpunkt und nicht derjenige oder dasjenige, durch das das Geld erwirtschaftet wird. Hierzu sei folgendes Blüm´sche Bonmot angefügt : „Ebenso scheint das Geld zugleich göttlich und teuflisch zu sein. Wie Gott schafft es Tatsachen, und wie der Teufel verwirrt es die Geister. Den, der arbeitet, nennen wir ´Arbeitnehmer´ und der, der Arbeiter beschäftigt, wird ´Arbeitgeber´ genannt. Dabei gibt der Arbeitgeber keine Arbeit, sondern Geld. So entlarvt die Allmacht des  Geldes die Ohnmacht der Arbeit.“ (S. 50) Seiner Meinung mangele es in unserem System nicht an Arbeit, sondern nur an Arbeitsplätzen. Zu Recht entfiel die Wahl zum Unwort des Jahres 2005 daher auch auf den Begriff  „Entlassungsproduktivität“. Sodann widmet er sich der Lösung dieses Dilemmas. Dazu ein paar Schlagworte aus der Feder des langjährigen Arbeits- und Sozialministers im Kabinett Kohl :
* Ohne Miteigentum kann es keinen gerechten Lohn geben
* Ohne Bindung an Arbeit hat das Eigentum keine Zukunft.
* Die Trunkenheit, welche die Privatisierung bei ihren Akteuren auslöste, weicht dem Kater.
Er schließt seine Ausführungen mit seiner bereits bekannten Kritik an der derzeitigen Form der Grundsicherung (Hartz IV) und der Ausgestaltung der Riester-Rente, um schließlich seinem verstorbenen Vater die letzten Worte zu  überlassen, der durch seine Arbeit zwar weder reich noch berühmt wurde, aber dafür Anerkennung, Stolz und Zufriedenheit aus seiner ehrlichen Arbeit schöpfen konnte.

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Ein Gedanke zu „Kritik: Norbert Blüm – Ehrliche Arbeit“

  1. Hallo! Norbert Blum auch Blümchen genannt ist für mich wirklich ein guter
    Politiker gewesen er ist guter Mensch und hat Karakter es. Auch als Politiker ist er so geblieben wie ein Mensch und hat nicht abgehoben.

    Ps. Würde mich riesig freuen und ihn gerne mal Persönlich kennen lernen aber das wird wohl nicht so einfach sein.

    —Adressangaben entfernt—

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