Kritik: Dead or Alive: Dimensions (Nintendo 3DS)

Die Dead or Alive – Reihe feiert 15-jähriges Jubiläum. Um dies zu feiern erscheint der neueste Teil der Reihe erstmals auf einer Nintendo Konsole, dem Nintendo 3DS.

1996 erschien der erste Dead or Alive (DoA) Teil. Um sich von der restlichen Beat`em-Up Konkurrenz abzuheben hatte das Spiel ein spezielles Feature, welches „Bouncing Breast“ genannt wurde und die Brüste der weiblichen Hauptcharaktere übertrieben auf und ab wippen lies. Diese Eigenschaft hat sich bis heute nicht geändert und dazu geführt, dass neben 3 Beat’em-Up Nachfolgern auch  kuriose Spin-Offs wie Dead or Alive Beach Volleyball produziert wurden.

Jetzt erscheint der neueste Teil Dead or Alive: Dimensions (DoAD) für den Nintendo 3DS und bietet ein gewohntes Bild. Im Spiel enthalten sind 25 Charaktere, von denen die meisten aus den bisherigen Teilen bekannt sind. Einige neue Charaktere sind jedoch auch am Start. Und wie bei allen Teilen wurde beim Design der weiblichen Charaktere wieder das Hauptaugenmerk auf knappe Outfits und große wackelnde Brüste gelegt. Schaut man jedoch hinter die großbusige Fassade des Spiels, zeigt sich ein leicht zu erlernendes, aber schwer zu meisterndes Kampfsystem, welches wie stark auf das Kontern ausgelegt ist. Nach dem Stein, Schere, Papier – Prinzip können alle Aktionen durch jeweilige Gegenaktionen gekontert werden. Schläge und Tritte werden durch Griffe aufgehoben, Griffe durch Würfe und Würfe wiederrum durch Schläge und Tritte. Das Ganze steuert sich super flüssig, wahlweise auch über den Touchscreen auf dem ständig die Kombos der Charaktere angezeigt werden. Diese können dann mit dem Stylus ausgewählt und vom Kämpfer ausgeführt werden. In der Praxis ist dies aber nur ein nettes Gimmick und für echte Spieler eher ungeeignet.

Grafisch zeigt DoAD was Nintendos neuester Handheld leisten kann. Die Animationen sind flüssig und schön, die Texturen wirklich gut, wobei sich auch hier und da mal einige unscharfe Oberflächen erkennen lassen. Die Renderszenen sind auf hohem Niveau, und besonders der 3D Effekt beeindruckt. Dieser ist aber auch eins der kleineren Mankos des Spieles. Man muss sich nämlich entscheiden, ob man das Spiel in 3D mit einer Framerate von 30 fps spielt, oder in 2D in ultraschnellen 60 fps. Diese Entscheidung fällt einem nicht leicht, da der 3D Effekt extrem gut gelungen ist und sehr zum Spielspaß beiträgt. Wirkliche Profis werden jedoch nicht auf den Geschwindigkeitsvorteil der 2D Variante verzichten wollen. Im Zweifelsfall wechselt man einfach in regelmäßigen Abständen zwischen 2D und 3D hin und her.

Vom Sound her kann das Spiel ebenfalls überzeugen, die Musikstücke sind teilweise bekannt, teilweise neu, passen aber immer zur schnellen Kampf-Action auf dem Schirm. Was besonders zu erwähnen ist, ist die Sprachauswahl. Bei der gesprochenen Sprache kann sowohl die englische, als auch die original japanische Sprachausgabe gewählt werden. Untertitel und Menüsprachen können  getrennt voneinander aus einer langen Liste von Sprachen gewählt werden. Eine Kombination aus japanischer Sprache, englischen Texten und deutschem Menü ist also z.B. möglich. Das ist wirklich vorbildlich und einige Entwickler könnten sich davon eine Scheibe abschneiden.

Gleiches gilt auch für den Umfang. 12 Spielmodi stehen zur Auswahl. In diesen gibt es eine Menge freizuschalten. Das reicht von Charakteren über Kostüme bis hin zu Statuen der Charaktere, die man sich in der sogenannten „Virtine“ anschauen und fotografieren kann. Im Mittelpunkt der Spielmodi  steht der Chronik Modus, in dem die genretypisch völlig abgedrehte Story der ersten 4 Teile + einem neuen Zusatzkapitel in einer tollen Mischung aus animierten Standbildern, Spielgrafik und Rendergrafik präsentiert wird. Zwischen den einzelnen Szenen werden einem die Steuerungs-Grundlagen in einer Art Tutorial beigebracht um dann direkt im Kampf eingesetzt zu werden. Weitere Modi sind Arcade (Kämpfe um die Bestzeit gegen eine Reihe KI-Gegner), Survival (gegen einen Gegnerstrom kämpfen bis man verliert), Partner (ein Tag-Team Modus mit einem KI-Partner), Freies Spiel (freie Charakter-, Gegner- und Einstellungswahl), Training und 2 „VS-Modi“ gegen menschliche Gegner. Man kann entweder im lokalen Spiel gegen einen Freund antreten, das funktioniert einwandfrei und flüssig, oder man tritt per Internet gegen Gegner aus aller Welt an. Dies funktioniert ganz gut, solange man sich Gegner aus der eigenen Region aussucht. Bei Gegner aus aller Welt sind jedoch starke Lags und heftige Ruckler zu verzeichnen, was den Online-Spielspaß dann doch ziemlich drückt. Hoffentlich bessert Team Ninja hier noch nach.

Was jedoch einwandfrei funktioniert sind Street- und SpotPass. Sind diese Funtionen aktiviert erhält man regelmäßig neue Kostüme, Statuen oder Herausforderungen, in denen man gegen heruntergeladene Gegner antritt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man mit Dead or Alive: Dimensions ein sehr umfangreiches Beat’em-Up mit toller Präsentation und forderndem Kampfsystem erhält. Lediglich die noch nicht ganz perfekte Online-Performance und die halbierte Framerate im 3D Modus fallen negativ auf, können aber den sehr guten Gesamteindruck nicht schmälern. DoAD ist eines der besten momentan für den Nintendo 3DS erhältlichen Spiele. Absolute Kaufempfehlung.

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