Interview mit Leo Lietz (The Lords)

Sie waren die einzige Band, die am letzten Samstag, 25.06.2011, auf der SAARLAND Oldie Night wirklich überzeugen konnten. Kein Wunder, gehören sie doch zu den langlebigsten deutschen Rockbands. Die Rede ist von den Lords, den deutschen Beatrockern, bekannt geworden durch Songs wie “Poor Boy” und “Gloryland”.

Klaus-Peter “Leo” Lietz, seines Zeichens Gitarrist der Band, stand uns netterweise für ein Interview zur Verfügung:

 

Saarschall: Wir konnten euch gerade auf einem Oldiefestival in Saarbrücken sehen. Nun sind Oldiefestivals ja in den Augen mancher eher so etwas wie eine Restverwertung von ehemaligen Stars. Was uns aber aufgefallen ist: Ihr legt – im Gegensatz zu vielen eurer Kollegen – Wert auf guten Sound, eine gute Show und professionelle Performance.
Manch einer würde jetzt fragen: Warum das ganze? (Halb-)Playback bietet doch so viele Möglichkeiten…

Leo Lietz: Da wir uns ja nicht als Oldienight-Kapelle verstehen, sondern in erster Linie länger dauernde Konzerte geben, ist wohl der Anspruch an Sound und Performance stärker ausgeprägt. Halb-Playback lehnen wir außer in Rundfunk-Übertragungen grundsätzlich ab, es ist eben nicht eine ehrliche Arbeit.

Saarschall: Wie sieht es mit Tourplänen aus? Wird es in nächster Zeit nochmal eine große geben? Vielleicht durch’s Saarland oder durch’s nahe “Ausland” (Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Frankreich)?

Leo Lietz: Bei uns gibt es das ganze Jahr durch Sondergastspiele, meist am Wochenende. Damit kommen wir sehr gut zurecht, so machen wir uns nicht auf einer durchgehenden Tour platt und sind am darauffolgenden Wochenende wieder mit Freude dabei.
Alle Termine sind auf unserer Homepage www.thelords.de aufgelistet.

Saarschall: Gibt’s neue Albumpläne oder sonstige neue Songs? Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Leo Lietz: Zur Zeit haben wir unsere Live-CD auf dem Markt, neue Songs testen wir unterwegs auf den Gigs und wenn sie ankommen, werden sie aufgenommen. Im Übrigen gehört zu einem längeren Lords Konzert immer ein Akustik Set, das bei solchen Großveranstaltungen wie in der Saarlandhalle den Rahmen sprengen würde.

Saarschall: Wie war es nach dem Tod von Lord Ulli? Was hat euch angetrieben, doch weiterzumachen?

Leo Lietz: Da sind wir damals in ein riesiges Loch gefallen, Ullis Krankheit wurde ja immer verdrängt und wenn es dann passiert, steht man sprachlos da. Wir haben uns dann ein 3/4 Jahr zurückgezogen, bis wir enormen Antrieb unserer Fans und Familien bekamen, weiter zu machen: Musik wäre doch unser Leben! So haben wir uns ins Studio eingeschlossen, die Gesänge demokratisch aufgeteilt und mal richtig intensiv und viel gearbeitet.

Saarschall: Viele Altrockbands sind seit Jahren auf Tour oder raufen sich nochmals zusammen, die Konzerte sind sehr gut besucht bis ausverkauft, so auch die Konzerte der Lords. Auf der anderen Seite lösen sich erfolgreiche deutsche Rockbands nach langer Zeit auf, so 2008 Fury in the Slaughterhouse oder auch jetzt die Scorpions. Glaubst du, in Anbetracht der Tatsache, dass nichts vernünftiges nachkommt, dass die klassische Rockmusik mit der Zeit ausstirbt, wenn die „Alten“ sie nicht bei der Stange halten?

Leo Lietz: Vielleicht sind viele der alten Bands schon richtig satt oder die Chemie stimmt nicht. Wir sehen uns immer noch gerne auf der Bühne, sie ist unsere Droge fürs Leben. Viele neue musikalische Impulse basieren leider nur auf Technik, die man auf der Bühne schwer umsetzen kann. Dadurch entstehen immer mehr Eintagsfliegen im Showbiz, denen es an der Live-Interpretation leider mangelt. Wenn er erlaubt ist, dass Jazzer alt werden, sind wir eben Rocker, die alt werden und noch gern ihren Job machen. Mit Bauch und Herz…
Wir danken Leo Lietz für dieses Interview.

Bandhomepage: www.thelords.de

Das Interview führte Patrick Kirsch und entstand in Zusammenarbeit mit Stefan Schug.

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