Interview mit Andreas Schachermayr (Paddy Murphy)

Sie sind DIE Irish-Folk-Rockband Österreichs: Paddy Murphy, benannt nach dem mehr als bekannten schottischen Whiskeytrinker, der irgendwann in einer berühmten Nacht gestorben ist. 

 

Der Drummer der Band, Andreas Schachermayr, stand uns netterweise für ein kleines Interview zur Verfügung:

Saarschall: Paddy Murphy ist in Szenekreisen als Person ja durchaus ein Begriff. Warum habt ihr euch für gerade diesen Bandnamen entschieden? Eher aus Liebe zu dieser Person? Oder weil es zufällig eine der bekanntesten Abgehlieder einer größeren deutschen Irish Speedfolkrockband ist?

Andreas: Nun, es ist auch eines der bekanntesten Abgehlieder einer größeren österreichischen Irish Speedfolkrock Band…! 😉 Die Band war ursprünglich unter einem anderen Namen geplant, unser Sänger entschied sich aber dann für „Paddy Murphy“ aufgrund dessen, weil man sich den Namen 1. Leicht merken kann, 2. Gibt’s ja da dieses bekannte Lied „The night when Paddy Murphy died“ und 3. Ist der Name „Paddy Murphy“ jedem in der Speed Folkrock Szene ein Begriff und man verbindet sofort irische Musik damit. Außerdem bedeutet ja der Begriff „Paddy“ auch „(Sauf)kumpel“…

Saarschall: Wer sind eure musikalischen Vorbilder bzw. mit wem würdet ihr gerne mal die Musikbühne teilen?

Andreas: Da wir alle aus verschiedensten musikalischen Richtungen kommen gibt es da natürlich einige individuelle Vorbilder. Für mich als Schlagzeuger und Oldschool Rocker wär es sehr geil, mal mit Slash aufzutreten. Wenn du uns jetzt als Band fragst dann sind unsere Vorbilder Flogging Molly, Dropkick Murphys, The Real McKenzies, The young Dubliners, etc. Aber auch Legenden wie die Pogues zählen da dazu. Mal als Vorgruppe für Dave King und seine Jungs zu spielen wär schon nicht schlecht…

Saarschall: Paul McKenzie, Sänger der Band „The Real McKenzies“, war einst der Meinung, dass Folkmusik nur dann salonfähig bleiben würde, wenn man sie irgendwie „verrotzt“. Teilt ihr seine Meinung, dass den Leuten nur deshalb die irisch-keltische Volksmusik gefällt, weil es eben Folkrock/-metal/-punk gibt?

Andreas: Ich denke das hängt immer auch von der Audienz ab. Wir spielten Konzerte, wo das Durchschnittsalter bei ca. 60 Jahren lag und die Leute gingen trotzdem ab. Sie haben vorher nur die irisch-keltische Volksmusik gekannt und konnten mit Irish Speed Folkrock überhaupt nichts anfangen. Im Gegensatz dazu gibt’s Konzerte wo nur Junge Leute da sind und wenn wir dann ein sehr folkiges, fast schon traditionelles Lied spielen dann gefällt ihnen das zwar genau so, aber sie wussten nicht, dass sich die Folrock/-metal/-punk Szene aus der traditionellen Musik entwickelte bzw. dass es solche Musik überhaupt gibt. Ich denke viele Leute lernen über die „neue“ irische Musik die ursprüngliche Musik Irlands kennen und beginnen dann auch, sich intensiver mit dem Thema Irland und seiner Geschichte zu befassen. Sie bekommen dann auch ein Verständnis für die Songs bzw. Texte. Insofern erfüllen wir ja auch einen Bildungsauftrag… 😉

Saarschall: Was macht einen guten Folkrocksong aus? Teile der Band Fiddler’s Green waren der Ansicht, dass es Jahre braucht, selbst einen guten Folkrocksong zu schreiben. Stimmt das?

Andreas: Das ist sicher richtig. Man braucht schon sehr lange, um die irische Musik ganz in sich aufzunehmen, sie zu spüren und sie zu leben. Nebenbei soll man sich ja auch geschichtlich mit Irland befassen um zu verstehen, was die irischen Songwriter zu ihren Texten inspiriert hat. Und man soll natürlich unbedingt des Öfteren nach Irland fahren, um den Lifestyle auf sich wirken zu lassen und die Landschaft zu erleben. DANN, denke ich, kann man einen guten irischen Song schreiben. Die irische Musik „funktioniert“ auch ganz anders als die österreichische bzw. deutsche. Es war für uns schon eine große musikalische Umstellung, obwohl wir alle schon sehr lange als Musiker tätig sind und
Erfahrungen aus den verschiedensten Bereichen mitbringen. Nur unser Sänger und unser Fiddler haben es da leicht gehabt. Die waren schon vorher Jahrzehnte in einer irischen Band als Musiker tätig.

Saarschall: „Whiskey before Breakfast“ heißt eure Promo-EP. Darauf befinden sich 4 Irish-Traditionals, die ihr in neuem Gewand eingespielt habt (wir berichteten). Was bringt die Zukunft? Stehen Albumpläne an? Und wird man – wie man es von anderen Bands der Szene kennt – auch eigene Sachen geben?

Andreas: Was bringt die Zukunft? Wenn jemand diese Frage beantworten könnte… Nein, im Ernst. Es stehen definitiv Albumpläne an. Wir werden voraussichtlich Ende Dezember, Anfang Jänner ins Studio gehen und ein Album produzieren, natürlich wieder in guter alter „Paddy Murphy“-Manier mit ordentlich Rock n’Roll und Punk im Gepäck. Wir arbeiten auch an eigenem Material, welches dann auf der CD zu finden sein wird. Mehr will ich aber noch nicht verraten…

Saarschall: In Deutschland ist euer Musikstil (Irish-Speedfolk-Rock) extremst angesagt. Ihr ward ja auch schon öfter in Deutschland. Steht bei uns vielleicht auch mal eine etwas größere Tour an?

Andreas: Wir würden uns natürlich sehr freuen, eine größere Tournee in Deutschland spielen zu können. Wir hoffen natürlich dass dann mit der neuen CD die Nachfrage nach „Paddy Murphy“ noch größer wird und damit auch eine Tour
möglich wird…by the way – wir suchen aktuell ein Management… 😉

 

Wir danken Andreas für dieses Interview.

Das Interview führte Patrick Kirsch.

Bandhomepage: www.paddymurphy.at

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