Interview Christof Stein-Schneider (Wohnraumhelden, Ex-Fury in the Slaughterhouse)

Er war die ehemals “Rote Zora” von Fury in the Slaughterhouse; jetzt ist er 50% der Wohnraumhelden. Die Rede ist von Christof Stein-Schneider, genannt C-Punkt, überzeugter (Nicht)Raucher und Vollblutmusiker durch und durch. Im Rahmen des neuen Wohnraumhelden-Albums “Rock’n’Roll Puppentheater” (Rezension folgt) stand uns Christof für ein Kurzinterview Rede und Antwort

Saarschall: Laut Wikipedia-Auskunft gibt es die Wohnraumhelden schon seit 2002. Die Furies lösten sich erst 2008 auf. Musstest du dich persönlich bis zur Auflösung quälen oder war das doch noch ne feine Aktion, die Band so auslaufen zu lassen?

Christof: Es war nicht einfach am Ende von Fury, aber es war gut, dass wir es anständig zuende gebracht haben. Immerhin war das fast mein halbes Leben. Es ist nicht wichtig, dass etwas zuende geht, sondern wie man es zuende bringt.

Saarschall: Man hatte – auch teilweise schon bei der 2006er Revolutionary-Cell-Tour – den Eindruck: Die Herren haben keinen Bock mehr auf das, was sie da machen. Ich persönlich empfand das Saarbrücker Garagen-Konzert 2006 bereits als irgendwie anders. Bei der Abschiedstour gab’s vom letzten Album nichts zu hören. Blieb Fury nur für die Fans noch bis 2008 zusammen?

Christof: Hmm, vielleicht. Wir wollten uns auf jeden Fall anständig verabschieden und ich denke, das ist uns mit der letzten Tour gelungen. Wobei ich sagen muss, dass mir das Livespielen eigentlich immer Spass gemacht hat. Aber natürlich gab es, wie immer, auch gute und schlechte Tage.

Saarschall: Die Musik der Wohnraumhelden ist sehr speziell. Comedy-Rock findet man selten in den Charts. Es handelt sich ja auch um etwas ganz anderes als das, was du seit 1987 gemacht hast. Wie kam es zu dem Wandel von einem Rockgitarristen zu einem Comedymusiker?

Christof: Also Comedy ist das nicht. Es ist lustig, ja, aber es ist kein Comedy und auch musikalisch gibt es bei uns einiges zu entdecken und sonst denke ich, Veränderung ist was gutes. Wenn Veränderung aufhört, dann ist man am Ende angelangt.

Saarschall: Eure neue CD heißt „Rock’n’Roll Puppentheater“. Wie schreibt ihr Songs? Sind das Spontaneinfälle? Oder plant und übt ihr über Monate hinweg?

Christof: Ideen schweben im Raum und man muss danach greifen. Meist hat einer von uns ne Idee, dann setzen wir uns hin, arbeiten die aus und wenn sie was wird, merken wir’s uns und wenn nicht kommt sie in den Müll. Aber planen und üben über Monate, bestimmt nicht. Üben ist total überbewertet.

Saarschall: Hast du sonstige Projekte nebenher laufen oder gibt’s schon Zukunftspläne neben den Wohnraumhelden?

Christof: Ja, es gibt einiges. Ich spiele öfter bei Jürgen Zoeller, dem Schlagzeuger von BAP in der Band, ab und zu mit den Blumen aus Hannover, Reggea mit unserem Freund Felix Wolter, der auch unsere letzte Platte mit Christian Decker zusammen produziert hat und einiges befindet sich noch in der Pipeline, wie es  auf neudeutsch heisst.

Saarschall: Wann dürfen sich die saarländischen Fans die „neue“ Stein-Schneider-Band mal live vor Ort ansehen? Interesse bestünde bestimmt! Die Wingenfelder-Brüder kommen im August 🙂

Christof: Tja bisher hat uns noch keiner angefragt. Aber wir würden natürlich gerne mal kommen. Mit Fury waren das immer schöne Konzerte. Kannst uns ja mal was organisieren.

Saarschall: Kannst du Dir vorstellen, irgendwann wieder ins klassische Rockbusiness zurückzukehren? Vielleicht mit altbekannter Band?

Christof: Also im Moment bestimmt nicht. Wir haben soviel Spass mit den Wohnraumhelden, wir haben soviel zu tun und ich kann mich musikalisch ausleben. Das ist wunderbar. Ich danke der Göttin der Musik dafür.

Wir danken Christof für dieses Interview!

Das Interview führte Patrick Kirsch

Bandhomepage: www.wohnraumhelden.de

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