Interview André Köhl & Achim Wendel (“Der Männerclub”)

Interview mit den Machern von “Der Männerclub”

Sie schufen zusammen den neuen saarländischen Kultfilm. “Der Männerclub” ist der Film, der dem Saarland unbedingt in Sachen Selbstdarstellung noch gefehlt hat (wir berichteten).

Hauptdarsteller André Köhl (als Tim Tozzi, gleichzeitig auch Drehbuch & Produktion), sowie Regisseur Achim Wendel (auch Kamera & Schnitt) standen uns netterweise für ein Interview zur Verfügung:

Saarschall: Wie kam die Idee zum Film „Der Männerclub“?

ANDRÉ: Achim macht als Regisseur schon seit ein paar Jahren Filme. Also wollte ich auch mal ein paar Clips drehen, lediglich um das Filmemachen zu üben. Schnell fanden sich 3 weitere Schauspieler, die in der Kneipe um die Ecke rekrutiert wurden. Die Idee des Männerclubs entstand also aus dem Bauch heraus. Damals hätte ich nicht gedacht, dass daraus mal ein ganzer Film entstehen sollte, der nun als DVD erhältlich ist.

Saarschall: Wie wurde der Film finanziert?

ANDRÉ: Mit eigenen Mitteln und einer Nachwuchsförderung von den Saarland Medien. Da unser Budget recht gering war, konnten wir leider keine Honorare zahlen. Es gibt den Film also nur, weil alle Beteiligten freundlicherweise auf eine Entlohnung verzichtet haben.

Saarschall: Hattet ihr keine Bedenken, euch mit einem Film in Dialekt einer bundesweiten Zielgruppe zu verschließen? Oder habt ihr versucht nicht reines Saarländisch zu sprechen?

ANDRÉ: Es gibt viel zu wenige Filme, die im Saarland spielen. Dagegen wollten wir etwas tun. Vor allem wollten wir aber einen Film machen, der dem Zuschauer Spaß macht. Dazu braucht man authentische Figuren. Also haben wir den Darstellern ihren Dialekt gelassen, so wie sie ihn auch im Alltag sprechen. Außer natürlich den Rollen, die bewusst Hochdeutsch reden.

ACHIM: Dialekt war in deutschen Filmen lange verpönt. Aber ich habe den Eindruck, dass sich das etwas wandelt. Ich denke, man sollte sich nicht zu sehr von kommerziellen Gedanken leiten lassen, sondern das tun, was sich stimmig anfühlt. Weil bei dem medialen Überfluss ist die Aufmerksamkeit vielleicht sogar größer, wenn man was wagt.

Saarschall: Wie kommt es, dass Tim Tozzi als Schnösel vom einfachen Saarländer akzeptiert wird, sind wir doch eher skeptisch gegenüber „Schnissschwartern“?

ACHIM: Erst mal war es uns wichtig, nicht zu sehr die Klischees zu bedienen. Deshalb bin ich auch schon mal vorsichtig, die Saarländer als einfach zu bezeichnen :). Aber neugierig sind unsere Figuren schon, wenn mit Tim Tozzi ein solcher Kontrast auftaucht. Dabei haben alle etwas gemeinsam: Sie versuchen alle, ihre Schwächen zu verbergen.

ANDRÉ: Die drei saarländischen Jungs im Film haben eben das Herz am rechten Fleck. Nachdem unser Schnösel alkoholbedingt seine Fassade fallen lässt, erkennen die Jungs, dass er eigentlich eine Arme Sau ist, der sie helfen müssen.

Saarschall: „Der Männerclub“ endet offen. Geht’s weiter? Wenn ja: Wann?

ANDRÉ: Im wahren Leben gibt es auch genug Geschichten mit offenem Ende – warum also nicht im Film? Natürlich schreit es nach einer Fortsetzung, aber auch das lassen wir hier mal offen.

 

Wir danken den beiden für dieses Interview, welches von Patrick Kirsch geführt wurde.

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