Hörbuch-Kritik: Boatpeople (Hörbuch)

Ein 29-Stunden-Exzess in Echtzeit

Nick de la Mooring ist ein Hurensohn, Heimatloser und Hundehasser. Er ist süchtig nach Koks, Marlboros, Nasenspray und dem ganz großen Auftritt in Gucci und Hermès. Nick ist auch ein liebender Ehemann und Vater. Vor allem aber ist Nick de la Mooring ein Verkäufer von Weltklasse, der eines kann: eine richtig gute Geschichte erzählen. Diese Geschichte handelt von einem 29-Stunden-Exzess im Hochglanzbiotop des Jetsets. Von menschlichen, geschäftlichen und tödlichen Unfällen in Cannes, Südfrankreich.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Vom Verlag als das Skandalbuch des Jahres angepriesen, vom Publikum entweder geliebt oder als Voyeurismus gebrandmarkt. Das Hörbuch hat so ziemlich was von allem. Es wird exzellent von Benjamin Völz gesprochen, ist nie langweilig und hat dann doch ein abruptes und einigermaßen unerwartetes Ende. Auch wenn man die Hauptfigur Nick de la Mooring eigentlich als einen schmierigen, aber durchaus gradlinigen, verhurten, aber dennoch seine Familien liebenden Menschen kennen lernt, so könnte man am Ende doch so etwas wie Mitleid für ihn empfinden. Aber vor allem ist es ein schonungsloser Einblick in die High Society der Boatpeople, also der Menschen mit einem eigenen Schiff / Boot, in der sich der Autor (Jahrgang 1977) nach seiner eigenen 5jährigen Tätigkeit als Yachtbroker wohl auszukennen vermag. Dennoch bleibt es jedem selbst überlassen, die im Buch dargestellten Eskapaden zu glauben oder aber nicht. Manche Kritiker lehnen wegen der doch sehr häufigen Verwendung anzüglicher Formulierungen und Beschreibungen der menschlichen Geschlechtsmerkmale gar den Begriff Literatur für dieses Werk ab. Diese Wertung bleibt zum Glück dem Hörer überlassen.

Wer sich ein wenig sattelfest fühlt und dessen Ohren einiges verdauen können, dem ist das Buch / Hörbuch zu empfehlen. Aber bitte verschenken Sie es nicht an Ihre kleinen Kinder !

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