DVD-Kritik zu „District 9“

In „District 9“ geht Regie-Newcomer und Peter Jackson-Protegé Neill Blomkamp neue Wege im SciFi-Genre, was seine Inszenierung und was seine eigentliche Geschichte angeht. Er zieht den Film und das Marketing im Stil eines Tatsachenberichts auf und erschafft so seine eigene Realität, das District 9 Universum. Angesiedelt in Johannesburg, also fernab von den üblichen Hollywood-Schauplätzen, ist es eine Geschichte über Ausgrenzung, Vorurteile, Rassismus und Machthunger. So hat dieser von Peter Jackson („In meinem Himmel“) produzierte Film unter anderem vier Oscar-Nominierungen erhalten.

Story:
Die als Shrimps bezeichneten Außerirdischen, die seit mehr als 20 Jahren in einem Internierungslager untergebracht sind, sollen umgesiedelt werden. Diese Aufgabe übernimmt der Privatkonzern, Multi-National United (kurz: MNU), der die Überwachung und Durchführung dieser Aufgabe dem leicht einfältigen leitenden Angestellten Wikus Van De Merwe (Sharlto Copley) überträgt. Gleich am ersten Tag kommt er jedoch mit einer Flüssigkeit in Berührung, die seinen Körper langsam verändert und ihn in einen Shrimp verwandelt. Jetzt bekommt er es am eigenen Leib zu spüren was es heißt anders zu sein…

Fazit:
„District 9“ gehört wohl zu den interessantesten Überraschungserfolgen des vergangenen Kinojahres. Dennoch ist hier ein wenig meckern auf hohem Niveau angesagt. Wer den Kurzfilm des Regisseurs Neill Blomkamp „Alive in Joburg“ aus dem Jahr 2005 kennt und den Sog gespürt hat, den er in seinem nur 6 Minuten langen Werk über Apartheid und Rassentrennung aufbauen konnte, wird wohl von dem Gesamtwerk „District 9“ etwas enttäuscht sein. Der Film greift dieses zentrale Thema noch einmal auf und baut es zu einem abendfüllenden Film um. Dabei geht leider ein wenig von der Kraft der Bilder und des Stils des Kurzfilms verloren. Denn nur in der ersten Hälfte des Films bleibt er seinem Tatsachen-Stil treu und leider leidet gerade hier das Interesse für das Schicksal des Hauptdarstellers darunter, dass sein Charakter zu Beginn ziemlich dümmlich, ja fast schon grenzdebil angelegt ist. In der zweiten Hälfte mutiert der Film zum Effekt-Kino, dennoch zeigt hier Blomkamp wieder mehr Gespür für seinen Stoff.

Bonusmaterial:
Die DVD enthält ein Kommentar des Regisseurs, entfallene Szenen und ein 3-teiliger Dokumentationsfilm mit dem Titel: „The Alien Agenda – Protokoll eines Filmemachers“. Schade, dass man den Kurzfilm nicht mit auf die DVD gepackt hat!!

Schulnote Film: gut-
Schulnote DVD-Ausstattung: gut-

Regie: Neill Blomkamp
Darsteller: Sharlto Copley, David James, Jason Cope, u. a.
FSK: ab 16 Jahren
Länge: 108 min.
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