DVD-Kritik: The Guard


Ein kauziger irischer Polizist vom Land und ein schwarzer FBI-Agent aus Atlanta. Ungleiche Polizisten-Duos gab es seit dem ersten Teil der Lethal Weapon Reihe mit Mel Gibson und Danny Glover aus dem Jahre 1987 schon zuhauf. Was also macht Sergeant Gerry Boyle, gespielt von Brendan Gleeson (Harry Potter IV-VI, Brügge sehen…und sterben?), und FBI-Agent Wendell Everett, gespielt von Don Cheadle (Ocean’s XI-XIII, Hotel Ruanda), so besonders, dass es sich lohnt, The Guard zu sehen? Die Antwort ist relativ simpel: An sich gar nicht viel. Schmeißt man beide jedoch in die Region Connemara in Irland, wo man an einigen Stellen ohne Gälisch-Kenntnisse nicht weit kommt, ergibt sich daraus eine lustige Mischung.

Sergeant Boyle, der ein Ire durch und durch ist, wirkt nach außen hin sehr ruppig und hält von Großstädtern aus Dublin genauso wenig wie von durch Hollywood suggerierte Polizeiarbeit. Er lässt es lieber ruhig angehen, schmeißt sich selber ein bisschen Acid ein, als er es in der Tasche eines jugendlichen Verkehrsopfers findet und geht mit Beweisstücken eher unachtsam um. Als in seiner Gegend ein Mitglied eines internationalen Drogenrings ermordet wird, schaltet sich das FBI ein und schickt Agent Everett, um weiter zu ermitteln. Sergeant Boyle fühlt sich dadurch zunächst eher gestört und auch Agent Everett hätte wohl lieber einen anderen Partner gehabt, merkt aber schon bald, dass er auf den eigenwilligen Iren nicht verzichten kann, schafft er es doch alleine nicht, mit den Bewohnern der Region Kontakt aufzunehmen, sei es, weil er dem Gälischen nicht mächtig ist oder weil die Leute nicht wirklich daran interessiert sind, der Polizei einen Gefallen zu tun. Es entwickelt sich eine spannende, gleichzeitig jedoch lustige Geschichte, in der zwei Charaktere, die eigentlich unterschiedlicher kaum sein könnten, langsam aber sicher merken, dass sie gar nicht so verschieden sind wie anfangs gedacht.

Fazit: The Guard ist eine rabenschwarze Komödie mit allerlei lustigen Sprüchen, mit der Regisseur John Michael McDonagh bei seinem Regiedebut beweist, dass er seinem Bruder Martin (Brügge sehen…und sterben?) in nichts nachsteht. Sowohl die internationalen Kritiker, wie auch das Kinopublikum waren zurecht begeistert und so wurde The Guard gleich bei mehreren Festivals und Awards in diversen Kategorien nominiert und auch ausgezeichnet, was ihn zum besten irischen Independent-Film aller Zeiten macht.

Schulnote: 1-2

 

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