DVD-Kritik: The Divide

Gepimptes FSK 16-Psychothrillerchen im FSK 18-Gewand

“Gnadenlos authentischer Endzeit-Thriller”…so steht’s zumindest auf der DVD-Hülle. Womit man wieder sieht: Gnadenlose Authentizität ist nichts anderes als Definitionssache. Wer darunter einen gefühltes 20 Sekunden-Intro gepaart mit einem 1,5h in einem einzigen Raum-Szenario versteht, legt wohl keine großen Maßstäbe an.
In New York schlagen Atombomben ein. Eva (Lauren German), ihr Freund und ein paar Nachbarn schaffen es gerade noch so in den zufällig zum Mietshaus gehörenden Bombenbunker. Dort sitzt man nun und wartet…und wartet…und wartet. Nebenbei entwickeln ein paar Bewohner diverse Psychosen, die gut und gerne dazu führen, dass man seinem liebenswerten Nächsten die Finger abtrennt oder – sofern mir ein Sprung in die reale Welt erlaubt ist – einfach schlecht schauspielert. Nebenbei gibt’s nen Gruppenassi, der alle Vorräte für sich bunkert und komische Leute in billigen Raumanzügen, die in den Bunker einbrechen und das einzig vorhandene Kind entführen (was es mit diesen Menschen auf sich hat, klärt sich bis zum Ende des Films nicht auf).

Nee, The Divide macht einfach keinen Spaß. Für nen FSK18-Psychoschocker ist er viel zu soft. Sämtliche “schlimmen” Szenen sind ausgespart oder weggeblendet, die Schauspielleistung einiger Darsteller kommt an Daily Soap-Niveau heran und die Story an sich ist nicht schlüssig. So fragt man sich zB, woher die Einwohner eines Bombenbunkers immer neue Klamotten (so etwa bei Eva zu bestaunen haben) herbekommen, warum die Stromleitung nicht zusammenbricht, woher die DVDs, das Schminkmaterial und der Haarrasierer kommen und wer zum Teufel die Menschen in den Raumanzügen sind, die auch noch die Zeit fanden, vor dem Bunker ein Plastiktunnelsystem zu errichten. Special-Effekts gibt’s kaum: Altbekanntes wie Blitzlichter hinter Folien, Rotlicht oder einfach Dunkelheit sind nicht neu und haben in nem 2011er Psychostreifen nichts mehr verloren.

So drängt sich das Low Budget Siegel förmlich auf. Kein empfehlenswerter Film.

Schulnote: 4-

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