DVD-Kritik: Heilt Hitler – Herbert Achternbusch

„Heilt Hitler! ist ein Zweieinhalbstundenfilm der Kategorie No-budget, den die kostenlose Mitarbeit meiner Freunde ermöglichte. Heilt Hitler! ist in Super-8 gedreht und auf 35 mm gebracht, was für einen Spielfilm ein Novum darstellen dürfte. Der Film hat einen Endkostenstand von 200.000 DM, Drehzeit 11 Tage. Heilt Hitler! beschäftigt sich mit der deutschen Vergangenheit, dass denjenigen, die im Nationalsozialismus lediglich einen Verkehrsunfall deutscher Geschichte sehen, das Hören und Sehen vergehen kann.“ (Herbert Achternbusch)

So beschreibt der Regisseur selbst sein filmisches Machwerk von 1985, das nun erstmals auf DVD erhältlich ist.

Zur Geschichte: Stalingrad 1943. Das Geschützfeuer wird lauter, die Lage ist aussichtslos. Soldat Herberts letzte Handlung besteht darin, sich von Kopf bis Fuß einzugipsen. So steht er da, den Arm zum Hitlergruß erhoben, als russische Soldaten einfallen und die Reste der deutschen Armee erschießen. Nach einem Blick in die Gipshülle ist von Herbert keine Spur zu finden. Dieser taucht 40 Jahre später am Kriegerdenkmal in München wieder auf. Er ist lebendig, aber ihm fehlen 40 Jahre Geschichte. So ist er verwundert, dass deutsch und nicht russisch gesprochen wird, fragt sich, ob er sich in Stalingrad oder München oder in einem, nach Münchener Vorbild neu aufgebauten Stalingrad namens Hitlerdorf befindet und auch wo die Flaggen und Embleme der Nazis hingekommen sind. Und die Deutschen? Sind sie geheilt von ihrem Wahn?

Insgesamt ein starker und ungewöhnlicher Film mit vielen symbolischen Anspielungen, der ein sehr bizarres und kritisches Licht auf das Nachkriegsdeutschland wird. Anschauen lohnt sich in jedem Fall.

Das besondere an dieser DVD: Sie enthält sowohl deutsche, als auch englische Untertitel. Gibt es im Antikriegsfilmgenre (2. Weltkrieg) sehr selten!

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