DVD-Kritik: Hardwell – I am Hardwell

hardwell

Selbstbeweihräucherung vom anscheinend besten DJ der Welt

Eine Doku über den Werdegang von Hardwell. Ich persönlich hab den Namen ja noch nie gehört, als die DVD/CD I am Hardwell in meinem Briefkasten landete. Der Begleittext erklärte mir dann, dass er vom DJ Mag Top 100 als jüngster DJ überhaupt zum besten DJ überhaupt gewählt wurde. Ich rechnete ja eigentlich mit einem Album mit DVD, aber es ist genau andersrum. Eine Dokumentation auf DVD mit integriertem Best of Album also.

Erst mal schön. Ein fetter FSK Aufkleber auf dem Digi-Pak, den man nur entfernen kann, wenn es einem egal ist, dass man die Oberfläche damit zerstört, sehr clever. Die Dokumentation soll den Weg des 25-jährigen in den letzten 3 Jahren zeigen, fängt aber mit einem Ausschnitt aus einer niederländischen TV-Sendung an, in der der damals 16-jährige Robbert erklärt, er will mal der beste Pokémon-Trainer…äh…DJ der Welt werden. Danach sieht man hauptsächlich Konzertausschnitte, wo tausende Leute zu seiner Musik feiern. Oftmals bestehen diese Live-Ausschnitte dann aus den typischen Leuten, die Konzerte eh nur durch ihre Kamera und Smartphone Bildschirme wahrnehmen. Dazwischen gibt es immer wieder ein paar Einblicke in seinen Tour-Alltag. Zum Großteil wird übrigens Niederländisch gesprochen.

Mir hat die Dokumentation mal wieder gezeigt, dass ich die Faszination für DJ-Konzerte nicht verstehen kann. Ich sehe nach wie vor keinen Unterschied zu Disko-Besuchen, wo die Musik auch aus der Konserve kommt. Die interessanteste Stelle war wohl noch, als er erklärt, dass ihm viele Konzerte abgesagt wurden, weil er sich gerade künstlerisch ein bisschen weiterentwickeln und seinen eigenen Stil kreieren wollte und eben nicht nur nach der Schnauze des Publikums spielen wollte. Will man wirklich Teil einer solchen Szene sein? Ich würde es nicht wollen, aber das muss jeder selbst entscheiden. Ansonsten ist es ein großer “Wow, ich bin so toll” Zusammenschnitt, mit kurzem Einschnitt, der zeigt, wie er es sich im Elternhaus gut gehen lässt, als er krank ist. Die letzten ca. 10 Minuten zeigen dann noch einen Auftritt in Amsterdam und seine “Krönung” zum besten DJ der Welt, um auf wenigstens 70 Minuten Spielzeit zu kommen.

Auf die CD gehe ich nicht weiter ein. Es ist halt Elektro. Das beschreibt den Inhalt meiner Meinung nach mehr als ausreichend.

Fazit: Wenn man auf Elektro steht und diesen Typen toll findet, mag einem diese Doku gefallen. Für mich ist es ziemlich unreflektierte Selbstbeweihräucherung eines Typen, der mit Elektro reich und berühmt geworden ist, mehr nicht. Nicht mal die Bilder sind sonderlich beeindruckend, was eine Doku ja oftmals noch ein bisschen retten kann.

Schulnote: 5

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