DVD-Kritik: Der letzte Bulle – Staffel 1 & 2

Nein, nicht schon wieder ein deutscher Krimi ! Das will doch keiner mehr sehen ! Geht es Ihnen auch so ? Dann herzlich willkommen im Club ! Doch überraschenderweise ist „Der letzte Bulle“ ein bisschen anders. Oder doch nicht ?

Der Hintergrund : Der Essener Polizeibeamte Mick Brisgau (sehr authentisch dargestellt von Henning Baum) wird im Dienst angeschossen und wacht erst 20 Jahre später wieder auf, also quasi heute. Was ist anders ? Seine Ehefrau hat 5 Jahre lang an seinem Bett getrauert, sich aber dann einem anderen Mann zugewandt, ausgerechnet dem (scheinbar einzigen) Kriminaltechniker der Essener Polizei. Seine Tochter hat er noch nie gesehen, dementsprechend sind die Schwierigkeiten vorprogrammiert. Sein ehemaliger Kollege ist nun Chef und stellt ihm ausgerechnet einen technikaffinen jungen, aufstrebenden, karrierebewussten Kollegen sowie eine Psychologin zur Seite. Klar, dass sich der Macho der 80er Jahre dies nicht ohne weitere Kommentare gefallen lässt.

Die Handlung : Mick Brisgau´s Ermittlungsmethoden sind von gestern, aber erfolgreich. Seine Sprüche sind politisch unkorrekt und teilweise frauenfeindlich, aber treffsicher und dennoch irgendwie charmant. Gepaart mit den neuesten Techniken seiner Kollegen wird überraschenderweise jeder Fall gelöst.

Die Fälle : Leider oft etwas dünn und durchschaubar. Vor allem ist es nervig, dass auch in dieser Serie mit allen Klischees gearbeitet wird, die man sich nur vorstellen kann. Der uniformierte Polizeibeamte darf die Gefangenen abführen, Kaffee kochen und Türen aufhalten. Der Kriminaltechniker ist nur für unsere beiden Ermittler da und arbeitet zufällig direkt im Nebenzimmer. Zur Dokumentation werden auch nie Berichte geschrieben oder auch Vernehmungsprotokolle, denn das wäre ja langweilig und ganz und gar nicht spannend. Und : Der Serien-Bulle hat immer eine Tochter, mit der er dauernd Zoff hat !

Die Kritik : Neben den bekannten Problemen deutscher Serien (siehe die Fälle) ist die Story hier zwar „mal was Neues“, aber leider nicht bis zum Ende durchdacht und sehr oberflächlich gehalten. Es ist schon zweifelhaft, dass ein Polizeibeamter 20 Jahre im Koma liegt und 6 Wochen nach dem Erwachen wieder in den Dienst treten darf, mit Schusswaffe und allem… Die Gesetze haben sich seither ja nur marignal geändert. Gerettet wird die Serie durch sehr sympatische Schauspieler und die Musik der 80er Jahre, soweit man dies aus den leider meist nur angedeuteten Fragmenten erkennen kann. Schade !

Die DVD : In dieser Box finden sich immerhin 26 Folgen, also die erste und die komplette zweite Staffel. Abgerundet wird das Ganze durch Interviews der Hauptdarsteller und eine kleine Sammlung von Outtakes, die speziell den ansonsten unterkühlt wirkenden Co-Star Maximilian Grill (alias Andreas Kringge) von seiner lustigen Seite zeigt.

Fazit : Nette Unterhaltung ohne Werbeunterbrechnungen, aber auch ohne größeren Tiefgang, die man sich zum Ausklang eines Abends durchaus mal anschauen kann !

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