DVD-Kritik: 7th Floor – Jede Sekunde Zählt

7th Floor Bild

„Ein Blockbuster aus Argentinien und Spanien“ 

Patxi Amezcuas Thriller „7th Floor – Jede Sekunde zählt“ handelt von einem Szenario, in dem der Rechtsanwalt und Vater Sebastián (Ricardo Darín) seine Kinder in einem Treppenhaus verliert. Luna und Luca möchten, heimlich und gegen den Willen der Mutter (Belén Rueda), ein Spiel mit ihrem Vater spielen: Ein Wettrennen. Sebastián fährt mit dem Aufzug und die beiden Kinder rennen das Treppenhaus herunter. Unten angekommen, nimmt Sebastián an, gewonnen zu haben, allerdings wird ihm schnell klar, dass etwas nicht stimmt. Die Kinder sind verschwunden.

 
Dies ist das Kernereignis des „Blockbusters aus Argentinien und Spanien“ (s. Hülle), was mir persönlich zwar gefällt, jedoch etwas zu gradlinig und langweilig umgesetzt wurde. Liest man sich die Rückseite der DVD-Hülle durch, wird man genau über dieses Ereignis schon bestens informiert. Das Bedürfnis, den Film dann ansehen zu wollen, wird aber definitiv erweckt. Jeder will jetzt wissen, wo die Kids abgeblieben sind.

 
Etwas enttäuschend ist das Auftreten des klassischen Schemas. Beim Versuch seine Lieben aufzuspüren, verdächtigt er mehrmals die falschen Leute und am Ende sind genau die schuldig, zu denen er und der Zuschauer (so sollte es sein) Vertrauen haben. Es war zu leicht zu erkennen, was dem Film den nötigen Höhepunkt abnahm.

 
Einen dicken Pluspunkt bekommt 7th Floor von mir, weil ich die Figur des Sebastián mag (s. unten). Das hat wahrscheinlich auch was mit seiner deutschen Synchronstimme zu tun, die mich an Vegeta aus DBZ erinnert (ob es wirklich Oliver Siebeck ist, habe ich leider nicht herausgefunden). Dagegen sind die Stimmen der Kinder, naja, unprofessionell. Ich konnte ihnen die Rollen nicht abkaufen. Sie reden flach, ihr Lachen ist ein einziger Fake. Eben all das, was nicht zu Kindern passt.

 
Ein Mysterium ist für mich die Ex-Lebensabschnittsgefährtin von Sebastián. Ich bin mir nicht sicher, ob sie die Rolle schlecht spielt, oder ob sie sie extrem gut spielt. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte jetzt besser nicht weiterlesen! Ihre Kinder wurden entführt, jedenfalls denkt dies jeder, da keiner weiß, dass sie selbst die Täterin ist. Jedoch kommt ihre Angst und Verzweiflung null rüber. Und genau das macht mich so stutzig. Entweder sie ist, vom Regisseur gewollt, unfähig Sebastián vorzuspielen, dass sie unter dem Kidnapping leidet, weil sie genau weiß, dass ihre Kids in Sicherheit sind, oder sie spielt es tatsächlich unbeabsichtigt schlecht. Ersteres finde ich verdammt genial und gehe deshalb einfach mal davon aus.

 
Das Ende: Anfangs fand ich es weniger toll, dass Sebastián seine Ehemalige laufen lässt. Mir fehlte die Genugtuung, die Dame hinter Gittern zu sehen. Aber als ich über die Motive für Sebastiáns Gnade nachdachte war das in Ordnung. Liebt er sie trotz allem noch? Vielleicht. Das war aber nicht das Ding. Sein Charakter äußert sich so, dass die Verbundenheit zu seinen Kindern deutlich größer ist, als der Drang zur Rache an der Mutter. Er möchte nicht, dass die Kinder irgendwann erfahren, was ihre Mutter getan hat und, dass sie sie im Gefängnis besuchen müssen.

 

 

Schulnote: 2 –

 

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