CD-Kritik: When Saints Go Machine – Konkylie [2011]

Vier Dänen auf dem Weg zum Welterfolg. Mit “Konkylie” versuchen When Saints Go Machine aus Kopenhagen nun auch international Fuß zu fassen. Und das sollte ihnen mit solch einem soliden Album auch gelingen. Das Rezept ist denkbar einfach. Eine ordentliche Menge Pop,dazu elektronische Klänge und eine auffällige Stimme à la Antony Hegarty von “Antony and the Johnsons” oder Hayden Thorpe von den “Wild Beasts”.

Der erste Track auf dem Album “Konkylie” klingt noch mystisch und nach einem aufwendigen Arrangement mit Choreinlagen. Nikolaj Manuel Vonsild versucht hier alles aus seiner Stimme herauszuholen. Mutig, aber der Mann kann es. Erst in Track zwei “Church and Law” werden dann die ersten elektronischen Klänge hörbar. Ein Beat der stark an die 80er erinnert, poppig und verträumt. Die weiteren Songs verbleiben auf hohem Niveau, jedoch wird schon an dieser Stelle der ein oder andere Hörer möglicherweise vom Gesang genervt sein. Geschmackssache, entweder man mag diese Stimme und man mag sie eben nicht. Egal wird sie wohl keinem sein, dazu steht sie zu sehr im Vordergrund und fällt bei jedem Song zu stark ins Gewicht. Die Melodien können immer wieder aufs neue begeistern. “The Same Scissors” klingt nach einer Zauberstunde, weniger Pop, eher mystisch. Ein durchaus gelungener und packender Track, der gerne im Ohr bleiben kann. Inspiriert von afrikanischem Klängen geht es dann mit “Jets” weiter. Afrobeat nennt sich das, zwingt den Körper zur Bewegung und macht unheimlich Spaß. Wären wir nun beim Über-Hit angelangt. “Kelly” wird sicherlich die meisten Indie-Mädels in seinen Bann ziehen und demnächst auf einigen Tanzflächen zu hören sein. Ist aber auch eine Nummer zum Verlieben. Die nächste auffällige Nummer ist wohl “Whoever Made You Stand Still”. Wie aus einer Oper, perfektes Arrangement aus Klarinette und Vonsild´s Stimme. Verführerisch und erfrischend. Man merkt den Jungs an, dass sie Spaß an ihrer Musik haben. So auch beim letzten Track “Add Ends”, der mit einem schönen Durcheinander endet.

Eigentlich haben When Saints Go Machine mit “Konkylie” alles richtig gemacht. Die Produktion ist vorbildlich, die Songs sind durchdacht und aufwendig. Sänger Vonsild weiß seine Stimme gekonnt einzusetzen und der ein oder andere Song wird wohl auch im Gedächtnis bleiben. Klingt nach einem perfekten Album. Für meinen Geschmack ist jedoch der Gesang an einigen Stellen zu weinerlich, kann aber an anderen Stellen durch seine Kraft wieder punkten. Ganz einig werde ich mir da nicht. Kann man das Album als zu poppig beschreiben? Würde ich an dieser Stelle nicht kritisieren. When Saints Go Machine kündigen ihre Musik als Pop an und möchten auch so klingen. Jedenfalls schaffen sie es, Pop-Musik ein Stück weiter zu bringen.

Note: 2+

 

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