CD-Kritik: Terry Hoax – Serious

Terry Hoax verkommen langsam aber sicher zum Mainstream

Ihr Aushängeschild “Policy of Truth” wird immer noch fleißig auf jedem Konzert gespielt. Auch Evergreens wie “Grashopper” oder “Live all” sind immer gerne gehört. Terry Hoax haben aber ein Problem: Sie schaffen es nicht, ihre Livepower, die sie bei jedem Konzert versprühen, auch auf CD zu übertragen. Klar, Sänger Olli Perau hat einer Hammerrockröhre und live mimt er auch den Rocker, indem er wild auf der Bühne herumtourt. Dann aber liest man von der neuen CD und denkt: Au weia, sie werden doch nicht…
Meine persönliche Schocknachricht in den letzten Jahren war: Terry Hoax sind Vorband von Reamonn, eine der miesesten durchkommerzialisiertesten Radio”rock”bands schlechthin. Dabei hatte ich Terry Hoax noch so gut als Einheizer beim letzten Konzert von Fury in the Slaughterhouse 2008 in Hannover in Erinnerung…

Das neue Album Serious ist – leider – auch wieder nur eine Ansammlung brav-ausgelutschten Poprocks, nett für’s Radio. Bereits der Opener “What are you here for” stampft brav schnaufend vor sich hin, aber weckt bereits nicht gerade Vorfreude auf ein Album voller Spielfreude und Energie. “Sense of Pleasure” taucht in Ska-Gefilde ab, passiert in der Popwelt leider in letzter Zeit auch ein wenig zu oft. Mit “Mistakes” gehen Terry Hoax noch eine Stufe tiefer; zwar eine nette Ballade, aber nach zwei sanften Openern kann man sich spätestens jetzt denken, dass das Album nicht mehr krachen wird. Aber auf jedes Tief, folgt ein Hoch: Zweifellos einer der Höhepunkte des Albums ist “Addicts always want some more”. Erinnert ein wenig an alte Fury-Songs, nett, eingängig und mit einem abrundenden Refrain. Damit auch sehr vergleichbar ist “Hey you”…auch wieder ne Uptempo-Nummer und vielen Lala-Popsongs. Immerhin schaffen Terry Hoax einen guten Abschluss mit “Jump into my Life”, bevor mit “Sweet Child” eine Art Rockballade das Album ausklingen lässt. Wobei es ein wenig verwunderlich ist, dass Olli Perau erst in einer Rockballade am Schluss mal zeigen kann, dass er auch rauhe Shouts drauf hat.

Leider nur ein sehr mittelmäßiges Album, ich hätte mir nach “Band of the Day” nochmal ne Steigerung im Rockbereich gewünscht. Terry Hoax bedienen stattdessen wohl lieber Radio- und Mainstreampublikum.

Ich werde mir Terry Hoax dennoch immer wieder live ansehen (jedoch nicht als Vorband von Reamonn!); denn selten hört man bei einer Band solch große Unterschiede.

Schulnote: 3-

Bandhomepage: www.terryhoax.de

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