CD-Kritik: Paddy Murphy – Dog’s Dinner

Die österreichischen Irish-Folkrocker begeistern mit neuem Album

Zu Irish Folk wurde hier bereits viel geschrieben. Seien es Berichte um die Urmutterband “The Dubliners” oder um unsern deutschen Ableger “Fiddler’s Green”, Irish Folk macht Spaß und rockt. Und um die Rocknote nochmals in den Vordergrund zu heben und zu zeigen, dass klassiche Volksmusik (nichts anderes ist der Irish Folk, mit dem Unterschied, dass sich die Iren für ihre Volksmusik nicht schämen müssen) und saftiger Rock, Punk oder Metal sich nicht ausschließen, gibt’s mittlerweile viele Bands. Aber leider nur eine Hand voll richtig gute.

Und zu den letztgenannten zählen Paddy Murphy. Die österreichische Antwort auf Fiddler’s Green hat soeben ihr neues Album “Dog’s Dinner” auf den Markt geworfen. Was sich auf der CD befindet, gehört allerdings in den Hörgang des gepflegten Musikliebhabers und nicht den Hunden zum Fraß vorgeworfen.

Das besondere an Paddy Murphy: Sie überraschen! Und das macht sie aus. Schaut man auf die Tracklist, ist dem Szenekenner vieles bekannt.  Eine Rockversion von “The Star of County Down” erwartet man aber eher nich. Kein langsames Geklatsche, sondern gepflegtes Kopfschütteln und Rumgehopse ist hier angesagt. Brillant bereits der Opener “Ahead to the Sea”…da wird gleich mal gepflegt der übliche Irenslang rausgeholt. Erwartet man zunächst ein Instrumental, ist man jedoch schnell überrascht.

Hervorzuheben ist sicherlich auch “Spencil Hill” (hat trotz der Namensähnlichkeit nichts mit dem bekannten Prügelduo zu tun 🙂 ), eine wunderschöne Rock-Ballade, mit der Fiddle begleitet und natürlich “The Night Pat Murphy died”, welches aufgrund des Namens der Band schon nicht fehlen darf.

Alles in allem präsentieren uns Paddy Murphy 16 Songs voller Power, Spielfreude und irischem Charme. Ein kleiner Tipp an die Musikwelt: Pusht doch auch mal gute Bands wie diese hier! Denn die haben’s auch verdient, heben sie sich doch von dem 0815-Einheitsbrei ab!

Also: Dog’s Dinner rein, Whiskey in die Hand und diesen schnell austrinken. Denn bei dieser Musik ist es unmöglich, still stehen zu bleiben und man will das gute Zeug ja nicht verschütten.

Schulnote: 1

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3 Gedanken zu „CD-Kritik: Paddy Murphy – Dog’s Dinner“

  1. Sorry liebe Leute, aber ich kann immer wieder nur den Kopf schütteln … diese ganzen, vorwiegend im mitteleuropäischen Raum populären Bands, die sich in karierte Gewänder kostümiert über Bühnen hüpfend und musikalisch eher schlecht als recht durch zweifelhafte sets spielen haben mit den Begriffen Irisch und Folk genau so viel zu tun wie das nachgebaute Hallstatt in China mit seinem Original im Salzkammergut! Künstler der Ursprungsländer dieser (von den „Kostümierten” schlecht kopierten und mit allen möglichen Zutaten vergewaltigten) wunderbaren Musik, mit denen ich arbeite, staunen jedenfalls immer mit ungläubig geweiteten Augen und Mündern, wenn ich ihnen diverse „keltische” Protagonisten wie eben Paddy Murphy kurz anspiele und Kommentare wie „do they really mean that, or ist it a joke?” sagen ja ohenhin alles… dennoch ist die ganze Kostüm-Szene ein verblüffendes Phänomen für mich, welches mich auch nicht los lässt, und ich stelle mir umgekehrt immer gerne irische/schottische semiprofessionelle Hobbymusiker vor, die in ihrer Freizeit auf einer irischen/schottischen Bühne in fragwürdig schlecht kopierten Lederhosen und in gebrochenem Deutsch eine Mischung aus Blasmusik/Rock/Jodlern einem irischen/schottischen Weißwein-Spritzer trinkendem Publikum zum Besten gibt. Unvorstellbar, nicht? Ebenso unvorstellbar für die Iren/Schotten, was bei „uns” abläuft! Ha! Wenn schon Rock mit Fol paaren, dann richtig: http://www.youtube.com/watch?v=kr_b1Ix9Uqw

  2. Ich sehe das ganze Anders: Hier geht es nicht um größtmögliche Authenzität. Das klappt schon deswegen nicht, weil die meisten Bands, die diese Speedfolk-Stilrichtung verfolgen, keine Schotten/Iren sind.
    Hier geht es darum, diverse Elemente zu koppeln, nicht diese 1:1 zu transferieren. Und wichtig ist doch, dass die Bands und deren Publikum Spaß an der Musik haben. Die keltischen Elemente bieten sich hier besonders an. Es gibt bereits Volksmusikrock, aber mit viel weniger Zuspruch.
    Übrigens: Ich habe Fiddler’s Green in Dublin gesehen und die dortigen Iren waren begeisert. So viel zum Thema

  3. Servas Hasi!
    Es ist schade dass es Leute gibt die so denken wie du. Ich weiß, die Speed-Folk-Szene geht dir am Arsch vorbei. Dass du dir anmaßt beurteilen zu können was gut oder schlecht ist, ist mehr als überheblich, arrogant und traurig. Noch dazu spielst du selber nicht mal ein Instrument, warst noch nie in Irland als Musiker auf Tournee, denn dann würdest du das nicht machen. Ich war in Irland als Musiker/Band auf Tournee, diese Erfahrung wird dir ewig fehlen, die Iren waren mehr als begeistert.
    Bands wie Dropkick Murphys oder Flogging Molly, The Real McKenzies und wie sie alle heißen müssen dir Kopfschmerzen und Depressionen bescheren. Schade, aber jeder Mensch hat die Möglichkeit sich noch zu entwickeln. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg. Liebe Grüße, Franz Höfler

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