CD-Kritik: Oonagh – Oonagh

unnamed

Die neue Masche der Phantasie-Kommerzmaschine

Bei Alben wie dem vorliegenden bin ich immer zwiegespalten: Wem die Musik gefällt, der soll sie auch gerne hören. Wenn allerdings die Recherchen darauf hinauslaufen, dass eben jene Musik nur deshalb gerade produziert wird, weil viele irgendwie momentan auf Phantasie abgehen und man zugleich einen anderen erfolgreichen Zug mitbefährt, dann hat das Ganze irgendwie ein Geschmäckle. Die auf dieses Album sicherlich folgenden Shitstorms dürften daher nicht ganz abwegig sein.

 

Oonagh, lies: Uuunah heißt die Gute also, eigentlich bekannt (?) als Senta-Sofia Delliponti und ihres Zeichen Ex-GZSZ-Schauspielerin, die sich bereits 2006 auf Rotzpop-Niveau bewegte und den Song „Scheißegal“ veröffentlichte, der zu Recht unbekannt blieb.

 

Schaut man nun ins Booklet der CD, so findet man allerlei bekanntere Namen. Nicht nur, dass die Shantyrocker von Santiano in fast jeden Song irgendwie integriert sind, nein, auch die Songwriter kommen einem irgendwie bekannt vor. Es verwundert nicht sonderlich, dass Delliponti keinen Song selbst geschrieben hat.

 

Was erwartet uns? Ethnopop mit braver Lala-Stimme! Tolkiens Sprache „Elbisch“ („Gäa“, „Nan Uye“), gepaart mit mystischem Mittelalter-Phantasie-Deutsch. Zu brav für Mittelaltermärkte und Wacken, jedoch sicher charttauglich. Herr der Ringe-Fans werden sich sicherlich schon mit dem Album eingedeckt haben. Klar sind wir hier Welten von Enya entfernt und eine Stimme wie Loreena McKennitt sucht man auch vergebens.

 

Warum funzt das Ganze trotzdem? Nunja, Delliponti sieht zum einen nicht allzu schlecht aus, ist noch jung und regt schließlich die Phantasie eines jeden Genrefreundes an, wenn sie elbengleich in weißem jungfräulichen Kleidchen durchs Wasser tapst.

 

Erfolg garantiert, aber richtige Mucker kriegen wohl Gänsehaut bei so viel Verwurstung.

 

 Schulnote: 1-6, alles möglich

[amazon_link id=”B00H927F2I” target=”_blank” container=”” container_class=”” ]Oonagh – Oonagh bei amazon.de[/amazon_link]

 

2 Gedanken zu „CD-Kritik: Oonagh – Oonagh“

  1. Ich “kenne” Senta-Sofia seit ich mal Star Search geguckt habe. Ich achte nicht viel auf solche Sendeformate, aber durch ihren ungewoehnlichen Namen ist sie mir in Erinnerung geblieben.
    Irgendwann hab ich dann auch mal mitgekriegt, dass sie wohl bei GZSZ mitspielt (gucke die Sendung nicht).

    Jedenfalls wurde ihr Album gerade auf Pro7 beworben. Moment mal, das Gesicht kenn ich doch! Ich hab mir also mal “Gaea” und “Orone” auf youTube angesehen…

    Auf mich wirkt das auch alles sehr kommerziell. Ich weiss auch nicht, ob Herr der Ringe-Fans auf diese Musik besonders abfahren wuerden. Herr der Ringe ist ein echt gut durchdachtes Buch, waehrend die Lyrics von “Gaea” total seicht sind. Fuer Pop finde ich das akzeptabel, aber bei Genremusik sollte mMn mehr Inhalt vorhanden sein.

    Das ganze wirkt auf mich undurchdacht und unvollstaendig, als haette jemand einfach gesagt “Lass mal was mit Fantasy machen!” und keine echte Inspiration gehabt.

  2. Ich kenne sie als ich mal Gzsz geschaut habe.Aber als ich die Werbung von dem Album gesehen hab dachte ich so:hä die kenn ich von irgendwo her die von gzsz.Seitdem fahr drauf ab höre das Album fast jeden tag und find ihre musik toll.Da tauch ich in eine andere Welt auf voller Fantasy.Wegen dieser Musik hab tolle iden für meine geschichte die ich schreibe..Bin mir nicht sicher ob Herr der Ringe Fans drauf abfahren aber weil ich einer Bin fahr ich drauf ab. I♡OONAGH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.