CD-Kritik: Long Distance Calling – The Flood Inside

LDC

Neue Wege und alte Tugenden

Wenn man auf der Suche nach gutem Post-Rock aus Deutschland ist, begibt man sich am besten nach Münster, denn das ist die Heimatstadt des Quintetts Long Distance Calling, die mit The Flood Inside am 1. März ihr viertes Studioalbum veröffentlichen werden. Was den Hörer erwartet ist natürlich wie schon auf den drei ersten Alben extrem guter Post-Rock. Die Songs sind wie vermutet deutlich länger als bei normaler Rockmusik, trotz nur acht Tracks, dauert es knapp eine Stunde, bis man das Album ein Mal komplett durchgehört hat. Außerdem wenig überraschend ist die Tatsache, dass die Songs zum Großteil instrumental sind und durch ein sehr stimmiges Zusammenspiel zu gefallen wissen. Keine Frage; die Herren wissen, was sie da tun.

Also neues Album, aber alles klingt wie vorher? Mitnichten. Wär ja auch langweilig! Der erste  große Unterschied zu den drei Vorgängern ist, dass ein deutlich höherer Anteil an Songs mit Gesang auf der Platte zu finden ist. War es vorher noch jeweils einer, ist es nun mit vier die Hälfte aller Songs. Grund dafür ist, dass die Band sich im vergangenen Jahr von Reimut van Bonn trennte, der für Ambience zuständig war und durch den ehemaligen Fear My Thoughts-Sänger Martin Fischer ersetzt wurde. Damit verfügt die Band nun also über einen festen Sänger. Bei neuen Sängern stellt sich natürlich immer die Frage, wie sich die Stimme in die Musik einfügt, bei einer Band, die sechs Jahre lang als reine Instrumental-Band unterwegs war, brennt die Frage natürlich noch viel heißer auf der Zunge. Die Antwort ist kurz und relativ schmerzlos: Passt prima. Einzig die Anzahl der Songs mit Gesang ist natürlich etwas ungewohnt, für eingefleischte Fans der Band.

Kommen wir zum zweiten Unterschied, der The Flood Inside von den Vorgängeralben abhebt: Musikalisch ist das Album auf den ersten “Blick” einen Ticken braver geworden. Dieser Eindruck verflüchtigt sich allerdings nach mehrmaligem Anhören schnell wieder, einzig Waves verzichtet auf einen richtigen Break-down zum Ende des Liedes. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass das Album nochmal etwas sphärischer ist als der Vorgänger Long Distance Calling. Möglich, dass das den einen oder anderen Abschrecken mag, unpassend und zu prominent ist das aus meiner Sicht allerdings keinesfalls.

Fazit: Ein weiteres richtig gutes Album der Münsteraner, das alte Stärken mit neuen Impulsen verknüpft. Ein Muss für alle Post-Rock Freunde.

Schulnote: 2+

 

Offizielle Homepage

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