CD-Kritik: Fiddler’s Green – Winners & Boozers

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Die Erlanger Folkrocker mit ihrem neuen Album – mal neu, mal alt, Fiddler’s halt !

In regelmäßigen Abständen veröffentlichen die Folkpunker von Fiddler’s Green neue Alben. Ihr neustes Werk, Winners & Boozers steht nun neu im Regal. Und wie die vorherigen Alben auch überbrückt Winner’s & Boozers bekannte Höhen, aber auch völlig unbekannte Täler.

Der Opener “A Night in Dublin” könnte fast schon ein Radiohit sein, wenn Albi leichtlebig und fröhlich  da über die Fiddlerschen Abenteuer auf der grünen Insel singt. Und tatsächlich ist dieser Gedanke gar nicht so abwegig, denn Winners & Boozers stieg in der ersten Woche von 0 auf 7 in die deutschen Albumcharts ein. Sicher ein schöner kommerzieller Erfolg, auch wenn man nun eventuell befürchten muss, dass die Konzerte ihr Wohnzimmerflair verlieren könnten und zur Ansammlung junger, kreischender Unheilig-Fans werden. Ich hoffe es nicht.

“A Bottle a Day” reiht sich in die Reihe der Songs ein, der für meinen Geschmack in den letzten Jahren ein wenig Überhand genommen haben: Rotzige Saufsongs. Sicher gehören solche zu Fiddler’s Konzerten dazu, aber dennoch in das Reportoire an ihnen in den letzten Jahren doch arg gestiegen, während z.B. keltische Klassiker wie einst “Queen of Argyll” fast nahezu verschwunden sind. Mit “No Lullaby” überraschen die Fiddler’s. Eine sehr tragende und schwere Ballade, sehr schön und tiefgehend von Albi und Pat gesungen. Neu und ein Schmuckstück des Albums.

Mit “Old Dunn Cow”  streichen die Fiddler’s fast schon den Country-Bereich an, was später auch mit “The More, the Merrier” fortgesetzt wird. Steht der Band äußerst gut und vergrößert definitiv ihr Folkumfang. Beides Songs zum Feiern und Abgehen. Man wird auf den Konzis viel Freude haben.

Während das Album wie gesagt viele Höhen (neben oben genannten seien besonders “Buccaneer” und Albis Ballade “Into the Sunset again” zu nennen) führt, kommen aufgrund von 16 Songs leider auf ein paar Tiefen zum Vorschein. Pat scheint gefallen an diesen Schunkel-und-Schwenksongs zu haben, die sich nahezu auf jedem Album seit 2006 finden, egal ob sie “Rose in the Heather”, “Greens and Fellows” oder jetzt “Raise your Hands” heißen. Erinnert mich immer ein wenig an Ärzte-Lyrik. Langweilig, immer gleich, unnötig.

Insofern: Nichts Überraschendes an der Fiddler’s Front, aber auch nichts, was kein Mensch braucht. Ein solides Fiddler’s Album eben. Im Gegensatz zu “Wall of Folk” ist es mir ein wenig zu unkomplett für eine Tour, wie bereits einst “Drive me mad”, welches die Band bis zum Erbrechen betourte und gefühlt kein einziges Mal die Setlist änderte.

Auf die Tour dürfen wir uns trotzdem freuen, live sind die Fiddler’s eine Bank.

Schulnote: 2-

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