CD-Kritik: Ed Kowalczyk – Alive

Nachdem sich die Rockband LIVE 2009 nach – so wird gemunkelt – internen Streitigkeiten auflöste, gründete ein Großteil der Band zusammen mit Candlebox Sänger Kevin Martin die neue Band “The Gracious Few”.

LIVEs ehemaliger Frontmann Ed Kowalczyk beschloss allerdings, seinen künftigen musikalischen Weg alleine fortzuschreiten. Seine erste Station heißt “Alive” und steht seit neustem bei uns in den CD-Regalen. Viele werden sich nun natürlich die Frage stellen, warum Kowalczyk gerade diesen Titel wählte.

Dass er nach den letzten, eher harsch kritisierten LIVE-Alben tatsächlich lebendig ist, zeigt Kowalczyk gleich von Anfang an. Mit “Drive” eröffnet er sein Album. Eine straighte Rocknummer, könnte auch gut aus den Hochzeiten von LIVE kommen, geht ins Ohr, eingängig, untermalt von Kowalczyks charakteristischer Stimme.

Mit “The Great Beyond” (ich frage mich gerade, ob es Zufall ist, dass die ersten beiden Songs auch die Titel bekannter R.E.M.-Nummern tragen) folgt eine leicht groovige Popnummer, für meinen Geschmack etwas zu seicht und durchschaubar; auch nervt das Gehauche zwischendurch.

“Grace” wurde vorab bereits auf der Künstlerhomepage veröffentlicht und ist wohl DER Song des Albums. Wiederum sehr eingängiger, etwas härterer Rock. Hier zeigt Kowalczyk, wie kraftvoll seine Stimme an den richtigen Stellen klingen kann, wenn er nur will (oft wurde ihm früher deswegen zu viel Pathos unterstellt). Diesen Song muss man gehört haben, spitzenmäßig.

Nahtlos schließt sich “Stand” an, leicht elektronisch angehaucht, sehr pathetisch gesungen. 1a.

“Drink (Everlasting Love)” ist eine Rock-Ballade, die teilweise leicht an den LIVE-Hit “Run to the Water” erinnert. Kowalczyk war schon immer bekannt für eine träumerischen, auch religiösen Texte. Auch hier lässt er der Fantasie viel raum, singt von “Eden” und “Freedom”…typisch.

“Zion” ist ein klassischer Lückenfüllsong, tut niemandem weh, ist aber auch nicht sonderlich spannend. Ähnlich verhält es sich mit “In your Light”. Solche Songs findet man irgendwie auf jedem Album, nicht sonderlich schlimm, aber man wird wohl kaum noch häufiger Notiz von Ihnen nehmen.

Mein zweiter Favorit (bzw. dritter, wenn man Drive mitzählt) trägt den Titel “Just in Time”. Fängt fade an, mündet aber in einen hammermäßigen Refrain und erinnert stark an 80’s Rock! Klasse!!! Da stört auch der wiederum leicht pathetische Text nicht weiter.

Auch die letzten 3 Songs des Albums “Rome”, “Soul Whispers” und “Fire on the Mountain” sind gute Rocknummern, die ein durchweg gelungenes Erstalbum komplettieren.

Wer LIVE mochte, wird auch von Ed Kowalczyks “Alive” natürlich nicht die Finger lassen können.
Schulnote: 2+

www.edkowalczyk.com

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