CD-Kritik: Chris Norman – Time Traveller

Das Lied ist doch im Original von … egal … Mister Smokie kann’s auch singen!

In letzter Zeit scheint es bei altgedienten Rock- und Popsängern in Mode gekommen zu sein, sich auf seine eigene Geschichte zu berufen und alle möglichen Songs zu covern, die gerade so gefallen. Dies ist mal mehr, mal weniger gut und auch erfolgreich. Oder wer erinnert sich noch an Chris de Burghs Album “Footsteps”?

Nunja, jetzt ist eben Chris Norman dran, Ex-Sänger der 70er Jahre Schmusepopband Smokie.

Und was soll man sagen? Das Album überrascht zu Anfang. “Get it on” von T-Rex wird von Chris Norman in einer Art Rock’n’Roll für ältere Semester dargetan. Das klingt nicht schlecht, könnte aber in Anbetracht von Normans Reibeisenstimme noch eine Spur rockiger sein. Status Quo würden bei sowas wohl nur leicht lächeln.

“Country Girl” schließt sich daran nahtlos an. Es ist eigentlich schön, Chris Norman mal an der E-Gitarre zu hören. Das passt besser zu ihm. So lässt sich zB auch gern mal “Midnight Lady” verzeihen (für diejenigen, die es nicht wissen: Das Lied stammt von Dieter Bohlen! Würde gerne wissen, ob Chris Norman-Fans das freiwillig zugeben würden 🙂 ).

Dann wird’s allerdings schlimm. “Back for Good”, der liedgewordene Schmalz, ehemals vorgetragen von Take That! Chris Norman macht den Song zwar ein wenig schneller, aber der Kern bleibt unverändert: Schmalz Schmalz Schmalz! Ganz schlimm!

Aber er macht’s wieder gut: “Be my Baby” ist ein sehr gelungenes Cover. Wieder setzt Chris Norman seine unverwechselbare Stimme ein und gibt dem Oldie einen gewissen Groove…irgendwie cool!

“Chasing Cars” tut keinem weh, ist ein netter Füllsong, bestens geeignet zum Autofahren oder Im-Stau-Stehen!

“Morning Dew” ist definitiv einer der besten Songs auf diesem Album: Er ist gradlinig, voller Power und rockt…Sehr cool, Chris, sehr sehr cool!

Was an dem Album an sich echt gefällt: Kaum denkt man, eine Routine heraus zu hören, überrascht Chris Norman wiederum. “Sweet Caroline” von Neil Diamond ist nicht – wie erwartet – ein Balladenabklatsch, sondern ne nette Up-Tempo-Popnummer. Ich persönlich mag das Lied im Original schon nicht besonders; es ist aber schön zu hören, dass man es wenigstens ein bisschen verbessern kann.

Ein weiterer Anspieltipp des Albums ist “Moonlight Shadow”. Gute Songs sind oft auch als Cover gut. Genau das zeigt Chris Norman. Er ist damit auch einer von wenigen Künstlern, die den Song mit Männerstimme performen!

An andere Songs sollte man sich hingegen besser nicht herantrauen: “I can’t dance” gehört zu Genesis. Fertig! Aus! Das Ding muss von Phil Collins gesungen werden und von sonst keinem!

Fazit: Ein Album mit Licht und Schatten. Chris Norman Fans werden es kaufen, sicherlich! Neue Fans wird Chris Norman damit nicht ergattern. Braucht er auch nicht. Der Erfolg spricht für ihn!

Schulnote: 2-

Künstlerhomepage: www.chris-norman.de

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