Buch-Kritik: Gott der Allmächtige – Das letzte Testament (D. Javerbaum)

Gott schreibt seine MemoirenZugegeben: Man könnte jetzt, angesichts des Titels, denken: Nicht noch eine Version der “Bibel nach Biff”. Gott sei Dank (haha) ist es nicht so, denn im Gegensatz zum erstgenannten Titel ist “Gott der Allmächtige – Das letzte Testament” ein echter Kracher. Wie einfach wäre es doch, sich irgendeine schrullige Story auszudenken, möglichst abstrus und somit um die göttliche Person eine nette Story aufzubauen. Nicht so David Javerbaum: Der schrieb sich nämlich auf die Fahnen, Gott zu interviewen bzw. einfach mal frei Schnauze erzählen zu lassen.

Das Ergebnis sind wahnwitzige Memoiren des Chefs: Was hat er in der Geschichte alles falsch gemacht? Waren Adam und Eva wirklich gewollt? Warum disste er Abraham? Ist Martin Luther wirklich so ne Revoluzzersau wie alle denken? Wie ist das eigentlich mit der katholischen Kirche und ihrer Moral usw usf. So witzig das ganze auch geschrieben ist, muss sich der Leser doch über eines im Klaren sein: Biblische Grundkenntnisse sind unerlässlich, ansonsten kann man sich nahezu die Hälfte des Buches sparen. Der tiefere Hintergrund, den Javerbaum ganz unverhohlen verfolgt, ist natürlich in einer gewissen Gesellschaftskritik zu sehen (Kapitel über Promis). Gott lässt gleich zu Anfang darstellen: Ich bin zwar allmächtig und allwissend, aber unfehlbar nicht (in der Vergangenheit hätte er nämlich so einiges anders gemacht). Dazu packt Gott natürlich die Jesus-Story und erzählt auch von seinen beiden anderen Kindern HG (Heiliger Geist) und Kathy (die später als Johanna von Orleans in die Geschichte eingehen sollte). Ich will von dem Buch nicht zu viel verraten, aber es gehört jedenfalls zu den absoluten Comedyhighlights in den letzten Jahren.

Schulnote: 1

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