Buch-Kritik: “Es juckt so fürchterlich, Herr Richter” (U. Eisenhardt)

 

TV-Strafgericht in Buchform

Ehrlich gesagt wundert es mich,  warum dieses Buch nicht schon viel früher auf dem Markt erschien. In Zeiten von täglichem TV-Strafgericht war es nur eine Frage der Zeit, bis das erste Buch mit den “skurristen und schrillsten Fällen aus dem Gerichtsalltag” (so der Untertitel des Buches) den Markt heimsuchte.

Was den Leser erwartet, ist allerdings eher ernüchternd.
Sicherlich: Die ein oder andere Anekdote, die das Buch aus den Strafgerichtssälen der Republik enthält, entlockt den ein oder anderen Schmunzler. Und dennoch: Irgendwie skurril und schrill ist das nicht. Die erzählten Geschichten spielen sich nahezu genauso tagtäglich in JEDEM Amtsgericht ab: Transvestiten, nörgelndes Pack, Hundeliebhaber, schwule Friseure, usw usw.

Warum Uta Eisenhardt, immerhin seit 2003 Gerichtsreporterin, dieses Buch veröffentliche, kann nur gemutmaßt werden. Zielgruppe sind wohl solche, die weder Zeit noch Lust haben, sich einmal live den Amtsgerichtsalltag anzuschauen (ok, es gibt dort keine Kameras und Eintritt muss man auch nicht bezahlen; achja: In seltensten Fällen stürmt die Mafia den Saal und hat noch schnell eine Aussage zu machen, die den ganzen Mordprozess dreht, man ihn aber trotzdem in einer Stunde abfassen kann) oder die sich mit seichtem Witzbuchflair zufrieden geben.

Schulnote: 4

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