BluRay-Kritik: Die wilde Zeit

wildeZeit

Preisgekröntes Drama um einen unschlüssigen Teenager

Der Trailer zu Die wilde Zeit vermittelt den Eindruck, man hätte so etwas wie ein Roadmovie vor sich, das einen jungen Franzosen zeigt, der noch nicht genau weiß, was er im Leben will. Zusammen mit der Auszeichnung für das beste Drehbuch bei den 69. Filmfestspielen von Venedig macht der Trailer durchaus neugierig.

Der Film von Olivier Assayas spielt im Frankreich der frühen 70er Jahre. Der Gymnasiast Gilles ist einer von vielen politisch engagierten Jugendlichen dieser Zeit, der bei Plakataktionen und nächtlichen Graffitischmierereien mithilft, zu autonomen Treffen und zu Demonstrationen geht und dabei des öfteren auch mal die Beine in die Hand nehmen muss. Als bei einer Graffitiaktion einer seiner Freunde erwischt wird, beschließt die Gruppe um Gilles es den Bauarbeitern heimzuzahlen, die den Mitschüler verpfiffen haben. Doch auch diese Aktion verfehlt den gewünschten Effekt; einer der Bauarbeiter muss ins Krankenhaus eingeliefert werden und die Jugendlichen tauchen unter, um nicht doch noch erwischt zu werden. Zusammen mit seiner neuen Freundin Christine, die ebenfalls an den Aktionen beteiligt war, seinem Freund Alain und einem Kamerateam, das Propagandafilme für die Sache der Autonomen macht, fahren sie nach Italien. Doch dort lernt Gilles, dass er sich für einen Weg entscheiden muss: Seine Liebe zur Kunst weiterverfolgen, mit Christine zusammensein oder doch direkt beim Klassenkampf mitzuwirken. Hin und hergerissen, welche Möglichkeit nun die richtige für ihn ist, probiert er von allem ein bisschen aus und kann sich doch nicht so recht entscheiden.

An manchen Stellen ist mir der Film ein bisschen zu langatmig und hängt aus meiner Sicht auch mal ein bisschen in der Luft. Die Geschichte als Ganzes ist jedoch durchaus interessant und gut erzählt und wird von einem zeitgemäßen Soundtrack schön untermalt. Als BluRay lohnt sich der Film aus meiner Sicht jedoch nicht; die Bildqualität ist einfach nicht dafür geeignet, schon bei weniger hellen Stellen sieht man ein deutliches Rauschen. Man könnte jetzt vielleicht argumentieren, dass das so gewollt ist, um den Eindruck der 70er noch mehr aufkommen zu lassen, aber dann brauch ich trotzdem keine BluRay, denn auch ansonsten wird das Potenzial des Formats überhaupt nicht ausgeschöpft. Einen weiteren Negativpunkt gibt’s auch gleich zu Beginn: (zumindest) die BluRay hat kein Wendecover. Das gibt es mittlerweile nur noch sehr selten, ist zwar für den Film selber nicht weiter schlimm, aber dieses hässliche FSK-Logo stört halt einfach.

Fazit: Ein ordentlicher Film, der mich persönlich aber nicht wirklich vom Hocker reißt. Jedoch auf jeden Fall mal schön, wenn man keine Lust auf Popcorn Kino hat.

Schulnote: 2-3

 

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