Buch-Kritik: Eric Clapton – Mein Leben

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Die Autobiografie des Ausnahmegitarristen In einer Zeit, in der jedes Pop- oder Fernsehsternchen seine Memoiren veröffentlicht, lässt die Lebensbeichte eines Großvaters der Rockmusik nochmal aufhorchen. Und tatsächlich ist dieses Buch eine schonungslose Abrechnung mit dem Leben als Rockstar. Eric Clapton hat wohl mehr Tiefen als Höhen erlebt. Er schreibt vom letzlich doch erfolgreichen Werben um Patti Boyd, die er noch als Ehefrau des Beatles-Gitarristen George Harrison kennen und lieben lernt und ihr den Song „Layla“ widmet, erzählt von unzähligen Drogen- und Alkoholabstürzen . Gerade wieder clean und glücklich mit Lori del Santo verheiratet fällt der gemeinsame Sohn Connor im Alter von nur 4 Jahren aus dem Fenster eines Hochhauses. Dass das ihm gewidmete „Tears in Heaven“ einer seiner größten Erfolge wird, kann ihn dabei nicht über den Verlust hinweg trösten. Zwischendurch immer mal wieder Ausflüge in seine musikalische Entwicklung. Und auch hier zeigt sich, dass Mr. Slowhand wohl eine der tragischsten Figuren der Rockmusik verkörpert. Erst nach seinem Ausstieg bei den Yardbirds gelingt diesen mit seinem Nachfolger Jeff Beck eine dauerhafte Position in den Charts. Die erste Supergroup der Musikgeschichte namens Cream vereinigt 3 egozentrische Spitzenmusiker im Koksnebel, festigt jedoch immerhin seinen Ruf als brillanter Gitarrist. Seine Soloerfolge, auch unter dem Namen Derek & The Dominos, füllen heute noch leicht die entsprechenden Best-of-Sammlungen und heben ihn in den Status eines Rocktitans. Es ist die schonungslose Ehrlichkeit, mit der Mister Clapton sein Leben dem Leser offenbart, was als teilweise sehr unangenehm aber gleichzeitig auch als sympathisch anzusehen ist. Bedenkt man dann noch, dass ursprünglich ein sog. Ghostwriter vorgesehen war, das Zwischenergebnis ihn jedoch nicht zufriedenstellte und er sich daher selbst während einer Tour buchstäblich zum Schreiben disziplinieren musste, lässt sich das Ergebnis durchaus sehen.

Eine beeindruckende Lebensgeschichte, mit ruhiger Hand gefertigt. Die wohl einzige Konstante bei Mr. Slowhand.

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