CD-Kritik: Fury in the Slaughterhouse – Little Big World

Fury machen es am 30. Geburtstag also noch akustisch – Wem’s gefällt…

Seit frühster Pubertät bin ich Fan von Fury in the Slaughterhouse. Gerade die Konzerte Ende der 90er, Anfang der 2000er machten ungeheuren Spaß und auch wenn die Band damals schon in der “Won’t forget these Days”-Nachära war: Ich hab mich immer gefreut.

Als Fan hat man natürlich auch alle Alben. Und als Fan freut man sich auch auf Comebacks. 2008 Trennung, 2013 in Hannover das erste Klassentreffen auf dem Expo-Gelände und dann – Wahnsinn! – 30. Geburtstag 2017 mit Tour durch das Jahr und neuen Songs (und einer unnötigen Best of). Hannover mitgenommen (Wahnsinn!), dann Trier im Sommer (schon etwas gedämpfter) und Mönchengladbach (ok, aber ernüchternd). War’s das? Zum 30. Geburtstag quasi nur eine Setlist runterzuspielen mit 2-3 Songwechseln? Dann Ankündigung: Akustiktour im Herbst (ok, das Pferd will in diesem Jahr gemolken werden), inklusive – wer hätte es gedacht – weiterem Akustikalbum. Was mich bei der Berichterstattung echt störte: Die Furies haben schon eine Akustik-CD aufgenommen, namentlich “Acoustic Grand Cru Classé” 2005. Das war neu und innovativ, die Tour war entsprechend cool.

Aber was kommt jetzt mit “Little Big World”? Die CDs hinterlassen mich ein wenig sprachlos. Natürlich ist alles sehr professionell, alles sitzt, Kai singt gut usw. Aber: Wiederum dieselben Songs wie auf der Nicht-Akustik-Tour, dieses mal im semi-akustischen Wand, dazu “My little World” und “Protection”. Warum gerade erstgenannter Song eine Daseinsberechtigung auf einem Akustik-Album haben soll, das gerade andere Songs anders präsentieren soll, erschließt sich mir nicht. Auch “When God goes home” und “Things like this” sind quasi schon Akustiksongs, die auf den Alben schon sanft und leicht daherkommen. 

Positiv möchte ich aber “Cry it out” hervorheben, dessen Akustikversion durch die stimmliche Unterstützung von Anna de Wolff noch ein wenig mehr Dreck bekommt. Das war’s dann aber auch schon.

Fury 2017: Ich hatte mir mehr erhofft. Ob die Band tatsächlich Bock hatte auf das Jahr und – falls ja – warum sie dann dies so alles mitträgt, wie es gerade läuft: Ich bin etwas enttäuscht. Fury war für mich immer irgendwie anders, abseits des Mainstreams. Auf Facebook wird die Teilnahme bei “Sing meinen Song” auf Vox gefordert. Was ist da passiert?

Note: 4-

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